Montag, 18. Oktober 2010

Stachelkind

Cover

Mal wieder Zeit für komische Musik. Also jetzt nicht im Pop-Sinne. Sondern eher im Indie-Sinne. Aber wenn Kollege rhododendron im vollen Ernst Take That bespricht, kann man auch mal ein Wort über I Blame Coco verlieren. Ihr Album The Constant wurde mit Schützenhilfe des Majors Island auf den Markt gehauen und ist ein gefälliges Electropop-Album, das ganz auf den Zeitgeist zugeschnitten ist und auch durch einige bemerkenswerte Titel gefallen kann.

Um das gleichmal hinter uns zu bringen: I Blame Coco ist eine britische Künstlerin namens Eliot Paulina Sumner. Der erfahrene Musikhörer wird bei dem Nachnamen auch prompt hellhörig werden. Und richtig: Kein großes Geheimnis – es ist die Tochter eines gewissen Gordon Sumner, besser bekannt unter seinem dämlichen Künstlernamen Sting.
Was verbindet deren Musik? Nix. Der Nachwuchs macht solche Musik, wie sie heute erfolgreich ist. Der Vater solche, wie sie heute die jungen Menschen größtenteils nicht mehr interessiert. Was aber weitergegeben wurde, ist definitiv eine sehr angenehme Rauigkeit der Stimme, die Coco sehr deutlich von anderen Konkurrentinnen im “Mädels machen Electropop”-Sektor abhebt. Sie klingt erwachsen, selbstbewusst und gleichzeitig sehr attraktiv und warm. Da hört man gerne mal länger hin.
Ob auch ein gewisses Talent im Songwriting ein dominantes Gen im Erbgut ist, lässt sich hier nicht hundertprozentig schlüssig bewerten. Fraglos sind ein paar feine Titel unter den 13 Tracks, die allerdings auch zum Großteil Hilfe von professionellen Liederautoren, wie Steve Kipner (u.a. Physical von Olivia Newton-John) oder Klas Åhlund (früher bei Teddybears STHLM) erhalten haben. Die beiden Titel, für die Miss Sumner allein Credits bekommt – Quicker, mit seinem erstklassigen Rave-Piano kann gefallen; der entspannte Reggae No Smile ebenso – sind durchaus nicht zu verachten. Andere Sachen, kann man getrost unter den Tisch fallen lassen: Party Bag, Turn Your Back On Love oder das abschließende It’s About To Get Worse sind nur langweilig bis nervig. Hervorzuheben sind außerdem das zweite Reggaestück Only Love Can Break Your Heart mit seiner hypnotischen Melodie (das übrigens tatsächlich etwas an den Englishman in New York erinnert und im Original von Neil Young stammt), Caesar (featuring der unvermeidlichen Robyn, Single No.1) und natürlich das ganz und gar fabelhafte Eröffnungsduo Selfmachine (Single No. 2) und In Spirit Golden (Single No. 3). Das sind richtig gute Werke, die auf durchaus das Potenzial zum Hängenbleiben haben.
Die Musik? Synthies, Drumcomputer eine vereinzelte Gitarre – nix Auffälliges, nix Schlechtes. Lieder um die dreieinhalb Minuten. Die Beschreibung Electropop wurde hier quasi einmal über 45 Minuten durchexerziert. Muss man nicht mögen, muss man nicht kaufen. Man muss allerdings auch nicht, wenn es im Radio kommt – was recht wahrscheinlich ist -, zwangsläufig umschalten. Die Lieder kann man genießen.

The Constant erscheint am 02. November.

Hörbeispiel: In Spirit Golden

nobono

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