Nachdem uns These New Puritans schon den Dezember 2007 mit ihrer Debut-Single "Elvis" versüßt haben, tun sie dies 2 Jahre später wieder mit einer neuen Single , die den Namen "We Want War" trägt. Die Hedi Slimane-Style-Band wurde epischer, elektronischer, etwas anstrengender und besitzt auf "We Want War" sehr harte Percussions, die stark an Björk oder Bat For Lashes erinnern. Zudem folgen Trompeten-und Chorarrangements wie man sie auch von der kleinen Isländerin kennt. These New Puritans haben sich weiterentwickelt, zumindest sagt dies der Vorbote des neuen Album "Hidden", welches sie wieder auf Domino Records Anfang 2010 veröffentlichen, und auf mehr hoffen lässt.
Der Antichrist Superstar ist zurück. Nein wir sprechen nicht von Marilyn Manson, der sich gerade auf Deutschland-Tour befindet, sondern von niemand geringerem als der Protagonistin des aktuellen Lars von Trier Films Antichrist. Diesmal meldet sich Charlotte Gainsbourg glücklicherweise weniger verstörend und in musikalischer Hinsicht zurück. Zusammen mit Beck veröffentlicht sie nun die erste Single aus ihrem neuen Album IRM namens Heaven Can Wait. Der Regiesseur Keith Schofield ließ keine Gelegenheit aus um dem Clip jegliche Konventionalität zu entreißen. Schofield drehte bis dato schon Videos für CSS, Goose, Death Cab For Cutie, aber auch beispielsweise schon Commercials für McDonalds. Warum jedoch so viele Menschen in seltsamen Kostümen herumlaufen, manche davon übergroße Walnüsse mit sich herumtragen oder etwa ein Skateboard auf gestapelten Cheeseburgern steht, bleibt ungeklärt. Fest steht jedoch, dass Schofield durch die Absurdität der Szenen ein sehr interessantes Video geschaffen hat.
1/4 Nobono alias legomaennchen meldet sich aus seiner neuen Zentrale in Berlin mit dem ebenso neuen Video, der schon seit 2004 bestehenden Band Grizzly Bear, zurück. Durch ihr drittes und aktuelles Album Veckatimest wuchs die öffentliche Aufmerksamkeit auf die Band stark an. Mit Ready, Able schicken Grizzly Bear jetzt ihre dritte Single aus besagtem dritten Album an den Start. Für das verträumte und verspielte Stopmotion-Video mit dem Knetmännchen zeigt sich Allison Schulnik verantwortlich. Das Video, sowie der Song stellen eine kleine Entdeckungsreise dar. Ready, Able wächst ganz langsam mit vielen neu hinzukommenden Arrangements und entfaltet seine volle Wirkung erst gegen Ende der Reise des bunten Knetmännchens. Der Clip stellt defintiv einen Anwärter auf das Video des Jahres dar.
Nochmal einen Gruß an unseren neuen Schreiberling hier bei Nobono und herzlich Willkommen an Bord The Fall on Deaf Ears :-)
Auch die Herren von den Editors beglücken uns bald mit ihrem neuen und dritten Album In This Light And On This Evening. Am 09.Oktober steht das gute Stück dann endlich in den Plattenläden und bei Itunes-Stores. Das Video zur ersten Single Papillon zeigt viele energisch rennende Menschen. So energisch das Rennen der Menschen aussieht, so energisch ist auch der Song an sich. Dieser enthält für die Editors ungewöhnlich viele Synthie-Sounds, mausert sich aber nach kurzer Weile schnell zum Superhit. Demnächst touren die vier auch durch Deutschland - doch leider ist das Konzert in Berlin auch schon ausverkauft!
Was macht eine Plattenfirma wenn der Künstler den Vertrag bei Ihnen gekündigt hat? Richtig! Sie veröffentlicht nochmal ein Greatest Hits Album, dass auch die alten Songs nochmal genug Kohl abwerfen. So auch im Falle Madonna. Sie veröffentlicht also vor dem Labelwechsel ihr letztes Album in Form eines Best Ofs bei Warner Music namens Celebration.
Mit der gleichnamigen neuen Single zeigt sich eine sich im Dancefloor wiedergefundene neue Madonna. Aus ists mit credibilitylosem R'n B nach Timbaland und Kanye West.Verantworlich als Produzent darf sich Paul Oakenfold zeigen, der sie auch auf ihrer Sticky & Sweet Tour begleitet. Celebration existiert einmal in der Original (Italo-Disco) Album Version und einmal als Video Version, die quasi auch den Remix von Benny Benassi darstellt. Ihre Produzentenwahl ist zwar immer noch nicht top wie zu Zeiten von Mirwais oder William Orbit, doch das ist schon mal ein Anfang.
Dass es immer weniger Videobudget auch für die großen Superstars (siehe Beyonce) gibt sieht man leider im neuen Video zu Celebration. Ein weißes Studio, ein paar Tänzer und Madonna im knappen Pailletten Kleidchen. Allerdings geben die Plattenfirmen gerade sehr viel Geld für Videos von Acts wie Tokio Hotel oder dem neuen zweifelhaften Supersternchen Lady Gaga aus.
Das Video zu Celebration ist quasi auch eine kleine Familienfeier. Ihre Tochter Lourdes darf Breakdancen und ihren neuen Lover Jesus zieht sie am DJ-Pult aus. Sie dominiert immer noch die Männer im Gegensatz zu weiblichen Popsternchen wie Lady Gaga und Co die von Feminismus anscheinend noch nie gehört haben und bei Konzerten "Fuck my Face" ins Publikum rufen, sich hingebend ausziehen lassen, sowie Blowjobs simulieren. Man frage sich wie die Simulation eines Blowjobs wohl die weibliche Sexualität wiederspiegelt? Wie wäre es einfach mit einem simulierten Orgasmus a la Madonna auf ihrer Blond Ambition Tour? Madonna ging es schon immer ihre eigene Sexualität, nicht darum durch hingebende Sexualität zu gefallen. Das ist der Unterschied zwischen Madonna und dem Rest.
Noch ein großes Plus für die Queen of Pop war ihre Ansprache bei einem Konzert in Rumänien vergangenen Monat, als sie sagte sie fände es sehr schade, dass man Roma und Sintis immer noch stark diskriminiere, woraufhin sie laute Buh-Rufe erntete. Die Show ging zwar weiter, aber Madonna zeigte dem Publikum rechts, links und in der Mitte den Stinkefinger - zu Recht.
Nach dem urkomischen Video zu Peaches' letzter Single Lose You folgt nun der dritte Streich ihres Albums I Feel Cream: Take You On. Da dachte man durch Peaches' neuen poppigeren Sound würden auch ihre Videos und Live-Shows ein wenig züchtiger, aber ihr DJ-Set auf dem Berlin-Festival stellte das Gegenteil unter Beweis. Im Schlepptau hatte Mel Nisker 2 Tänzerinnen, die während ihres Sets auf die Bühne urinierten und sich anschließend total entblößt Dildos in ihre Geschlechtsteile steckten. Das Publikum zeigte sich erschrocken und vor den Kopf gestoßen. Kein Wunder. Einen Sinn, außer pure Provokation, sollte diese Aktion augenscheinlich nicht haben. Wenn man mit Beine rasieren auf der Bühne anfängt und beim vierten Album schon bei solchen fragwürdigen Aktionen landet, weiß man nicht in welche Richtung sich das noch steigern soll. Hier wäre ein Richtungswechsel sicher ratsam. Dennoch erweist sich ihre neue Single Take You On als durchaus sehenswert.
Auch Chris Corner alias IAMX veröffentlicht mit Tear Garden aktuell die zweite Single aus seinem Album Kingdom of Welcome Addiction. Passend zu IAMX' leichter Affinität für Kitsch wandelt der Astrophysiker und Wahl-Berliner den Stadtteil Tiergarten in Tear Garden um. Das Video besticht durch gewohnt düstere Ästhetik und einer leicht bekleideten, schön beleuchteten Band. Man hofft nur, der von Chris getragene Pelz ist eine Fälschung. Bis November tourt der Ex-Sneaker Pimps Frontmann mit seinen Kompanen noch durch Polen, Rumänien, Österreich und Deutschland.
Nachdem Interpol Frontmann Paul Banks aka Julian Plenti für sein Album ... is skyscraper ausschließlich überwältigende Kritiken bekommt und rhododendron ihn auf nobono auch kürzlich schon positiv erwähnt hat, muss man fairerweise nochmal das Video zur ersten Single Games For Days an dieser Stelle zeigen. Adrette Unterstützung erhält Julian Plenti zudem auch noch von seiner kanadischen Kollegin Emily Haines, die momentan auch mit frischen Sachen ihrer Band Metric unterwegs ist. Die Musik von Julian solo ist anders als die seiner Band Interpol. Sie ist verspielter und experimenteller. Sehr freuen kann man sich also im Augenblick über die Soloplatte aber dann auch wieder über die zukünftigen Interpol-Songs.
Dass sich Bat For Lashes gerne mit den verspielten Seiten des Lebens herumschlägt ist bekannt. Im neuen Video zu Sleep Alone ist ebenfalls keine Veränderung diesbezüglich zu sehen. Doch was wäre Natasha Khanh ohne magischem Denken, Zauberei, Tagträumen und Traumsequenzen? Diese Verspieltheit, die manchmal auch düster wirkt, ist essentiell für das Konzept von Bat For Lashes. Im letzten Video zu Pearls Dream schwebte sie über die Theaterbühne mit Wölfen, während ihr ihre böse Zwillingsschwester zusah und gegen Ende des Songs starb. Im aktuellen Video arbeitet sich Natasha durch ihre Schlaflosigkeit in dem Sie munter nachts durch die Straßen läuft und dann Dinge zu basteln, die ihr helfen sollen wieder alleine schlafen zu können. Genau dies schafft sie dann auch zum Ende des Videos. Na dann, schlafen sie schön Ms. Bat For Lashes.
Was sagt man dazu? Antony Hegarty covert Beyonces Überhit Crazy in Love. Das Cover begleitet Antonys 2. Auskopplung Aeon aus seinem Album The Crying Light als Doppel A-Seite. Hatte man bei Beyonces Original noch das Gefühl es ginge weitestgehend um Party und sich möglichst sexy zum Song zu bewegen, so dreht es Antony genau in die andere Richtung. Plötzlich erhält der Song Tiefe. Antony singt zwar die gleichen Zeilen wie Beyonce, doch er singt sie anders. Man glaubt ihm jedes Wort und erhält das Gefühl man würde gerade einen Mann hören, der einfach nur außer sich ist, verzweifelt vor Verliebtheit und Fokussiertheit auf eine Person. Langsam schleicht sich das Gefühl ein, auch Antony könnte etwas wunderbares aus Boom Boom Boom (I want you in my Room) der Vengaboys machen. Ja, unser Wunderkind könnte das sogar, ohne Zweifel.