Sonntag, 13. September 2009

Auf der nächsten Stufe...

Juhu! Seit Freitag gibt es ein neues Muse-Album! Das ist sehr fein und kann gefallen, insofern man die Band ihre Experimentierfreudigkeit ausleben lässt...

Eins muss man Muse ja lassen. Ihr Drang, immer neue Elemente ihrem seit jeher ausladenden Alternative Rock hinzuzufügen spornt sie seit nunmehr 10 Jahren zu immer neuen Höchstleistungen an. Und mittlerweile hat sich auch der Erfolg endlich eingestellt. Die größeren Hallen werden auch abseits der englischen Heimat voll, denn der Ruf, eine der besten Live Bands der Welt zu sein spricht sich langsam rum. Die richtigen Songs dafür haben sie eh schon immer gehabt. So geht auch das mittlerweile fünfte Album „The Resistance“ den Weg kontinuierlich weiter, den zuletzt „Black Holes & Revelations“ eingeschlagen hatte. Die Band öffnet sich neuen Spielarten, die Produktion wird ausgereifter, der raue, wütende Zorn der Anfangstage weicht einer stärkeren Musikalität. Das wird sicher vielen Fans der ersten Stunde nicht sonderlich gefallen, aber Muse haben sich halt weiter entwickelt. Immerhin sind sie keine 20 mehr, wie noch zu „Showbiz“-Zeiten.

So ist „The Resistance“ natürlich wieder ein gewohnt pompöses, ausladendes Album, dass wie immer dem uneingeschränkt sympathischen Größenwahn frönt. Nach dem thematischen Ausflug in ferne Galaxien auf dem letzten Album, geht es diesmal etwas bodenständiger zu. Wobei die Betonung natürlich auf dem „etwas“ liegen sollte, denn inhaltlich geht’s diesmal neben den üblichen Themen Liebe, Sex und Zärtlichkeit natürlich auch um revolutionäre und politische Umbrüche, sowie den gelebten Widerstand. Bereits der Album-Opener, die treibende Single „Uprising“ kündet davon. Im Titeltrack fleht Matthew Bellamy anschließend die Angebetete an, dass ihre Liebe ihr Widerstand gegen all den Rest ist. Ach, schön. Zumal der Song ordentlich Ohrwurmpotential hat. Im Anschluss wird’s tanzbarer, denn mit dem groovigen „Undisclosed Desires“ präsentiert man sicher einen der ungewöhnlichsten Muse-Songs. Immerhin ist es der erste, der vollkommen ohne Gitarren- oder Pianospiel von Matt auskommt. Herausgekommen ist ein Song, den Timbaland besser nicht hätte hinbekommen können. Urbaner Elektro-R’n’B inklusive sexy Text. Eine Art konsequente Weiterentwicklung von „Supermassive Black Hole.“ Sicher eine ziemliche Geschmackssache, aber nicht ohne Reiz. Auch die weiteren Songs des Albums zeigen die bisher vielseitigste musikalische Bandbreite der Band. „United States of Eurasia“ gibt all den Leuten, die Muse seit jeher als neue Queen ansehen endgültig Recht, während sich das schwülstige „Guiding Light“ irgendwo zwischen U2 und fiesem 80er-Pop bewegt. Inklusive viel Hall auf den Drums. Das lange „Unnatural Selection“, sowie „MK Ultra“ gehen dann wieder in die klassische Muse Richtung. Nachdem sehr ungewöhnlichen „I Belong To You“ setzen Muse natürlich noch einen drauf und beenden das Album mit der dreiteiligen „Exogenesis“-Symphonie, welche noch einmal die klassisch-virtuose Seite der Band mit ihrem bekannten Gitarrensound verbindet. Gerade der finale Teil, „Redemption“ ist ein wundervoller Ausklang, der kaum hätte besser sein können.

Und was sagt uns nun dieses Album in seiner Gesamtheit aus? Nur das, was ich schon zu Eingang gesagt hatte… Muse entwickeln ihren Kunstrock konsequent weiter und betonen diesmal, auch aufgrund der erstmaligen Verwendung eines echten Orchesters, ihre symphonische Seite. Außerdem werden die Einflüsse aus den 80ern vielleicht noch eine Spur deutlicher als auf „Black Holes.“ Insgesamt ist „The Resistance“ ein sehr stimmungsvolles und abwechslungsreiches Album geworden, welches die Experimentierfreudigkeit der Band mit anderen Genres feiert und sich hinter vergangenen Alben nicht verstecken muss. Es fehlt vielleicht noch der letzte konsequente Schritt, um es perfekt zu machen, aber nichts wäre fataler, als wenn diese wunderbar begabte Band bereits jetzt bereits ihr ganzes Pulver verschossen hätte. Da scheinen uns sicher noch spannende Jahre ins Haus zu stehen…

Komplettes Album bei laut.de anhören!

rhododendron's ranking ... 37/ 2009

So, wieder mal ein ordentlich neuer Schwung “Pop” im Ranking. Die Editors verteidigen mit Synthiepop erneut diue Spitze, während sich Jamie T und die Cribs anbieten, den Platz zu übernehmen. Den höchsten Neueinsteiger kassieren Ash ab, die wahrlich wie der Phoenix aus der Asche sind. Also, ich persönlich hatte die nicht mehr auf dem Plan. Ihr neuer Marketingplan jetzt aller paar Wochen eine neue Single auf den Markt zu hauen, geht schon mal gut auf. „True Love 1980“ ist ein feistes Stück 80er-Poprock mit hohen Ohrwurmqualitäten. Dafür steht ja auch gern mal Robbie Williams, der es eben aus diesen Gründen auch mit der Comeback-Single „Bodies“ bis auf Platz 8 schafft. Und ich weiß, der macht ganz furchtbaren Kommerz-Hausfrauenpop, aber auf der anderen Seite, ist das ne astreine von Mastermind Trevor Horn produzierte, Single. Nervt mich noch nicht. Muse auch nicht. Das Clubkonzert vom Montag hinterlässt Spuren und pusht die Single „Uprising“ noch mal in die Top 10. Außerhalb dieser findet sich mit dem „Drumming Song“ von Florence And The Machine noch ein dritter Neueinsteiger auf Platz 16 wieder. Ebenfalls Pop! Wen überrascht das eigentlich. Und so wird sich halt zeigen, welche Haltbarkeitsdauer all diese Songs in den nächsten Wochen noch haben.

01.( 01 / #3 ) Editors “Papillon”
02.( 03 / #2 ) Jamie T “Chaka Demus”
03.( 05 / #4 ) The Cribs “Cheat On Me”
04.( 02 / #6 ) The Twang “Barney Rubble”
05.( 04 / #8 ) Friendly Fires “Kiss Of Life”
06.(NEW /#1) Ash “True Love 1980”
07.( 06 / #5 ) Coldplay “Strawberry Swing””
08.(NEW/ #1) Robbie Williams “Bodies”
09.( 11 / #6 ) Muse “Uprising”
10.( 08 / #7 ) Delphic “This Momentary”
11.( 09 / #2 ) Baddies “Open One Eye”
12.( 07 / #8 ) Athlete “Superhuman Touch”
13.( 10 / #6 ) U2 “I’ll Go Crazy If I Don’t Go Crazy Tonight
14.( 13 / #2 ) Maps “I Dream Of Crystal”
15.( 12 / #9 ) Arctic Monkeys „Crying Lightning“
16.(NEW/ #1) Florence And The Machine “Drumming Song”
17.( 14 / #13) Simian Mobile Disco ft. Chris Keating “Audacity Of Huge”
18.( 17 / #14) Maxïmo Park “Questing, Not Coasting”
19.( 15 / #4 ) Julian Plenti “Games For Days”
20.( 16 / #9 ) Jamie T “Sticks ‘n Stones”

Mittwoch, 9. September 2009

Madonna - Celebration

Was macht eine Plattenfirma wenn der Künstler den Vertrag bei Ihnen gekündigt hat? Richtig! Sie veröffentlicht nochmal ein Greatest Hits Album, dass auch die alten Songs nochmal genug Kohl abwerfen. So auch im Falle Madonna. Sie veröffentlicht also vor dem Labelwechsel ihr letztes Album in Form eines Best Ofs bei Warner Music namens Celebration.

Mit der gleichnamigen neuen Single zeigt sich eine sich im Dancefloor wiedergefundene neue Madonna. Aus ists mit credibilitylosem R'n B nach Timbaland und Kanye West.Verantworlich als Produzent darf sich Paul Oakenfold zeigen, der sie auch auf ihrer Sticky & Sweet Tour begleitet. Celebration existiert einmal in der Original (Italo-Disco) Album Version und einmal als Video Version, die quasi auch den Remix von Benny Benassi darstellt. Ihre Produzentenwahl ist zwar immer noch nicht top wie zu Zeiten von Mirwais oder William Orbit, doch das ist schon mal ein Anfang.

Dass es immer weniger Videobudget auch für die großen Superstars (siehe Beyonce) gibt sieht man leider im neuen Video zu Celebration. Ein weißes Studio, ein paar Tänzer und Madonna im knappen Pailletten Kleidchen. Allerdings geben die Plattenfirmen gerade sehr viel Geld für Videos von Acts wie Tokio Hotel oder dem neuen zweifelhaften Supersternchen Lady Gaga aus.

Das Video zu Celebration ist quasi auch eine kleine Familienfeier. Ihre Tochter Lourdes darf Breakdancen und ihren neuen Lover Jesus zieht sie am DJ-Pult aus. Sie dominiert immer noch die Männer im Gegensatz zu weiblichen Popsternchen wie Lady Gaga und Co die von Feminismus anscheinend noch nie gehört haben und bei Konzerten "Fuck my Face" ins Publikum rufen, sich hingebend ausziehen lassen, sowie Blowjobs simulieren. Man frage sich wie die Simulation eines Blowjobs wohl die weibliche Sexualität wiederspiegelt? Wie wäre es einfach mit einem simulierten Orgasmus a la Madonna auf ihrer Blond Ambition Tour? Madonna ging es schon immer ihre eigene Sexualität, nicht darum durch hingebende Sexualität zu gefallen. Das ist der Unterschied zwischen Madonna und dem Rest.

Noch ein großes Plus für die Queen of Pop war ihre Ansprache bei einem Konzert in Rumänien vergangenen Monat, als sie sagte sie fände es sehr schade, dass man Roma und Sintis immer noch stark diskriminiere, woraufhin sie laute Buh-Rufe erntete. Die Show ging zwar weiter, aber Madonna zeigte dem Publikum rechts, links und in der Mitte den Stinkefinger - zu Recht.

Celebration from LHT on Vimeo.

Widerstand zwecklos

Glücklich sind jene, die an diesem Abend dabei sein durften. Muse spielen eine exklusive kleine Show im Berliner Admiralspalast. Auch im klassischen Ambiente verteidigte das britische Trio gekonnt ihren Ruf als eine der besten Live-Bands der Welt. Ein Augenzeugenbericht…

Perfektes Timing. Für heutige Verhältnisse haben Muse und ihr Management den Interrnet-Leak des neuen, fünften Albums „The Resistance“ ziemlich gut hinauszögern können. Montagabend war es noch unter Verschluss, während es sich mittlerweile wie ein Lauffeuer im Web verbreitet. Angesichts der offiziellen Veröffentlichung an diesem Freitag nur eine knappe Niederlage. So wurde das Vorabkonzert im Berliner Admiralspalast am Ende doch noch das, was die Bezeichnung versprechen sollte. Exklusiv genug war es ohnehin schon. Nach zwei Konzerten in ihrer Heimatstadt Teignmouth sollte Berlin die 3. Aufwärmstation sein, bei dem Muse sich für die kommende Welttour warm spielen wollten. Da diese mittlerweile selbst hierzulande in den größtmöglichen Hallen stattfindet, ist es umso angenehmer, die Band noch mal in so angenehm intimer Atmosphäre vor gut 1000 Leuten zu erleben. Fast wie damals, als es begann. Vor gut 10 Jahren erschien das Debüt „Showbiz“ und seitdem hat sich die Band kontinuierlich nach oben gespielt. Ihr Ruf als die vielleicht beste Live-Band des Planeten eilt ihr dabei voraus. Das wäre natürlich unter normalen Umständen die Übertreibung des Jahrtausends, wenn sie nicht einfach so nahe dran an der Wahrheit wäre. Mit ihrem episch-virtuosen Alternative-Space-Progrock besitzt das Trio die ideale musikalische Voraussetzung, um diesem Ruf gerecht zu werden. Gerade Größe ist in den letzten Jahren zum Markenzeichen der Band geworden. Immerhin wollten sie auch einmal die erste Band der Welt sein, die im All spielt. Der gesunde Größenwahn passt zur Musik, die zuletzt sogar irdische Themen hinter sich gelassen hatte und über entfernte Sterne und Galaxien sang. Das neue Album „The Resistance“ soll es da mit ein wenig „bodenständigeren“ Themen, wie Gesellschaftsumbrüchen und Revolutionen wieder etwas greifbarer halten. Na immerhin.

Die Vorfreude ist groß, als sich im altehrwürdigen Admiralspalast die glücklichen Teilnehmer warmstehen, die beim extrem schnellen Ticketkauf das nötige Glück hatten. Oder einfach bei Ebay das nötige Kleingeld. Da ein Muse-Konzert im Sitzen einfach wenig Sinn macht und sich diese Chance wohl so schnell nicht wieder ergibt, musste ich natürlich nach vorn Richtung Mosh-Zone. Ein Glück, wir hatten Stehplätze! Gegen 21.15 Uhr ging es dann los. Ohne viel Tamtam und Show. Muse betreten die Bühne unter tobendem Beifall, schnappen sich ihre Instrumente und beginnen das Set mit dem Album-Opener und der aktuellen Single „Uprising.“ Live gewinnt die eher mittelprächtige Nummer noch ein wenig an Schwung und funktioniert als Opener recht gut. Doch natürlich ist der geneigte Fan vor allem wegen der Hits hier. Logisch, denn die neuen Songs sitzen ja noch nicht wirklich. Davon gibt es, mit „Uprising“ insgesamt fünf, die dazu aufrufen, dem neuen Album doch noch eine Chance zu geben. Der Titeltrack ist Muse-Standard während „United States Of Eurasia“ wie eine verschollene Queen-B-Seite aus den 70ern klingt. „Undisclosed Desires“ kommt ohne Gitarren, dafür mit Timbaland-Beat aus und das wirkt schon mal sehr interessant und groovy. Zumal sich Matt Bellamy dafür wieder einen schicken Spezial-Umhänge-Synthie hat zimmern lassen. So viel Prunk muss bitte schön sein. Dann gab es noch „Unnatural Selection“ zu hören, welcher unglaublich lang und facettenreich zu sein scheint. Stellenweise kam da sogar anständiges Metal-Feeling auf. Na ja, vielseitig scheint der musikalische Widerstand von Muse ja zu werden.

Der Rest des Sets beschränkt sich auf die bekanntesten Singles aus den vergangenen 10 Jahren. Muse wiegen sich auf der sicheren Seite, was angesichts der enormen Anzahl an Hits auch nicht so verkehrt ist. Immerhin hat die Band (noch) den entscheidenden Vorteil, dass meisten Singles, vielleicht mal mit Ausnahme von „Starlight“ nicht im Radio totgespielt werden. Und vielleicht sind sie deshalb auch die größte Alternative-Rockband der Welt, eben weil der erste Namenszusatz sogar noch halbwegs ernstzunehmen ist. Unkaputtbar sind die Songs allemal. Der lässige Funk von „Supermassive Black Hole“, der gewaltsame Ausbruch von „New Born“ oder das wüste Chaos mitsamt Flehen, das „Stockholm Syndrome“ so wunderbar macht. Und für die ganzen alten Fans gibt’s sogar „Cave“ von besagtem Debüt. Das scheint dann aber doch bei der Masse eher unbekannt zu sein. Passiert den besten Bands. Das Publikum mobilisiert sich vorn relativ schnell, wenngleich es keinen sofortigen, kollektiven Komplettausbruch gibt, wie ich ihn damals beim 2006er Konzert in Berlin so beeindruckend fand. Da waren sicher auch einige gut betuchte Schaulustige am Start, besonders weiter hinten. Aber es wird sie halt immer geben… Leute, die sich nicht bewegen oder irgendwelche Tusen aus der Medienbranche, die sicher der Meinung sind, es ist wesentlich ökonomischer das komplette Konzert mit der popligen Digicam zu filmen. Was ist schon real er- und gelebte Musik, wenn man sie zuhause auf verwackelten Kamerabildern sehen kann? Ja, manchmal macht die Welt eben wenig Sinn. Kein Wunder, dass Muse sich da gern mal ins Weltall flüchten. Aber die lassen sich, genauso wie die Mehrheit, den Spass nicht nehmen. Die Band ist gut drauf. Die sind halt Entertainmentprofis. Da wirken selbst die Jams einstudiert. Das Cover von Hut Butters „Popcorn“ ist dann auch noch eine recht lustige Sache. Leider ist der Sound, zumindest vorn ziemlich grottig, so dass man eigentlich keine der spärlichen Publikumsansagen versteht. Die gehen sowieso alle im Jubelschrei unter. Diese Schreie werden immer lauter, genauso wie das Publikum am Ende nach den ersten 13 Songs nach mehr dürstet. Als die Band dann den zweiteiligen Zugabenblock mit „Plug-In Baby“ beginnt gibt es vorn kein Halten mehr. Niemand bekommt Mitgrölhymnen so stilsicher hin, wie die Boys aus Teignmouth. Da wirkt sogar das Pogen unglaublich angenehm und harmonisch. Warum bekommen das andere Bands nie so in der Form hin. Zum famosen Abschluss greift Bassist Chris dann noch zur Mundharmonika und spielt uns das Lied vom Tod. Ein Gänsehaut-Intro, dem natürlich nur ein Lied folgen kann… „Knights Of Cydonia“… das Meisterstück vom letzten Album. Eine fast siebenminütige Orgie irgendwo zwischen Disco, Prog und Italo-Western. Und als Stadionhymne funktioniert das Teil dann auch noch nach dem x-ten Bier. „No One’s Gonna Take Me Alive!“ Hier werden keine Gefangenen gemacht. Der Höhepunkt! Wie immer, muss man ja meist sagen.

Danach ist dann Schluss. Am Ende gibt’s auch noch Rauch-Fontänen. Ein wenig Show muss dann doch sein. Länger muss die Band auch nicht spielen. Meine Lunge dankt es ihnen. Es war super, es war laut, es war schwitzig. So wie Rockmusik eben manchmal sein sollte. Muse zementieren ihren Ruf. Mit den Songs im Gepäck kann man ja eigentlich auch nichts falsch machen. Diese haben scheinbar die genaue Mixtur zwischen Chaos, Melodie, Wut und Zerbrechlichkeit verpasst bekommen. Da hat man als Band am Ende eher die Qual der Wahl beim Setlist-Basteln. Ich fühle mich jedenfalls geehrt, die Band noch mal an so einem schnieken Ort gesehen zu haben. Denn da machen sie zweifellos immer noch eine gute Figur. Es muss ja nicht immer das Wembley Stadium sein. Also darf man gespannt sein, wo der Weg der Band mit „The Resistance“ hingeht. Vielleicht gibt’s ja dann doch noch den Exklusivgig auf der Raumstation ISS oder irgendeiner Mondbasis. Ansonsten heißt sie der Admiralspalast sicher gern noch mal willkommen . . .

Setlist:

01 Uprising
02 Map Of The Proplematique
03 Supermassive Black Hole
04 Resistance
05 Hysteria
06 New Born
07 United States Of Eurasia
08 Cave
09 Popcorn
10 Starlight
11 Undisclosed Desires
12 Time Is Running Out
13 Unnatural Selection
14 Stockholm Syndrome
15 Plug-In Baby
16 Knights Of Cydonia

Sonntag, 6. September 2009

rhododendron's ranking ... 36/ 2009

Jamie T ist ein Mann der schnellen Sorte. Kaum verabschiedet sich sein schmissiges „Sticks ’n Stones“ langsam aus meinem Ranking, da legt er mit „Chaka Demus“ schon einen unnachahmlichen Ohrwurm hinterher, der es direkt bis auf Platz 3 schafft. Davor wie immer The Twang, die anscheinend den Platz als ewige Nummer 2 diesen Sommer für sich gebucht haben. Mit den Baddies und ihrer schmissigen Single „Open One Eye“ befindet sich ein neue spannende Band diese Woche in den Top 10 und zwar auf Platz 9. Die Jungs haben sicher Potential. Außerhalb der Top 10 bewegt sich eigentlich alles nach unten. Besonders die geringe Halbwertszeit der neuen Mika-Single sei mal kurz erwähnenswert. Nervt schneller, als ich dachte. Nicht ganz so nervig ist hingegen James Chapman, der uns mit seinem Sphärenpop-Projekt Maps eine neue Single namens „I Dream Of Crystal“ präsentiert, welche es immerhin in der ersten Woche auf Platz 13 schafft, wenngleich da sicher noch Platz nach oben sein dürfte, falls die Nummer noch wächst.

01.( 01 / #2 ) Editors “Papillon”
02.( 02 / #5 ) The Twang “Barney Rubble”
03.(NEW/ #1) Jamie T “Chaka Demus”
04.( 03 / #7 ) Friendly Fires “Kiss Of Life”
05.( 05 / #3 ) The Cribs “Cheat On Me”
06.( 07 / #4 ) Coldplay “Strawberry Swing””
07.( 04 / #7 ) Athlete “Superhuman Touch”
08.( 06 / #6 ) Delphic “This Momentary”
09.(NEW/ #1) Baddies “Open One Eye”
10.( 08 / #5 ) U2 “I’ll Go Crazy If I Don’t Go Crazy Tonight
11.( 10 / #5 ) Muse “Uprising”
12.( 09 / #8 ) Arctic Monkeys „Crying Lightning“
13.(NEW/ #1) Maps “I Dream Of Crystal”
14.( 12 / #12) Simian Mobile Disco ft. Chris Keating “Audacity Of Huge”
15.( 11 / #3 ) Julian Plenti “Games For Days”
16.( 14 / #8 ) Jamie T “Sticks ‘n Stones”
17.( 16 / #13) Maxïmo Park “Questing, Not Coasting”
18.( 13 / #4 ) Mika “We Are Golden”
19.( 15 / #11) Bloc Party “One More Chance”
20.( 17 / #10) Mew “Introducing Palace Players”

Montag, 31. August 2009

Peaches - Take You On

Nach dem urkomischen Video zu Peaches' letzter Single Lose You folgt nun der dritte Streich ihres Albums I Feel Cream: Take You On. Da dachte man durch Peaches' neuen poppigeren Sound würden auch ihre Videos und Live-Shows ein wenig züchtiger, aber ihr DJ-Set auf dem Berlin-Festival stellte das Gegenteil unter Beweis. Im Schlepptau hatte Mel Nisker 2 Tänzerinnen, die während ihres Sets auf die Bühne urinierten und sich anschließend total entblößt Dildos in ihre Geschlechtsteile steckten. Das Publikum zeigte sich erschrocken und vor den Kopf gestoßen. Kein Wunder. Einen Sinn, außer pure Provokation, sollte diese Aktion augenscheinlich nicht haben. Wenn man mit Beine rasieren auf der Bühne anfängt und beim vierten Album schon bei solchen fragwürdigen Aktionen landet, weiß man nicht in welche Richtung sich das noch steigern soll. Hier wäre ein Richtungswechsel sicher ratsam. Dennoch erweist sich ihre neue Single Take You On als durchaus sehenswert.

Überraschend Unsicher

Wenn eine Band auf Nummer Sicher geht, dann kommt dabei irgendwie meist nur halbgares raus. Eigentlich sind Athlete eine tolle Band, aber auf dem neuen Album "Black Swan" wollen sie dies irgendwie nicht zeigen. Eine ernüchternde Betrachtung...

Es ist schon nicht leicht, wenn man als kleinere Band auf einmal einen mittelschweren Hit hat und dann irgendwie immer an dem gemessen wird. Die von mir in den letzten Jahren sehr lieb gewonnene Band Athlete muss sich an vielem messen lassen. Da wäre natürlich das locker-leichte 2003er Debüt „Vehicles & Animals“, welches seinerzeit mit einer Mercury-Prize-Nominierung für Furore sorgte. Zum anderen ist das natürlich „Wires“, der größte Hit vom 2005er Nachfolgealbum „Tourist“, welcher der band ganz schnell den Ruf als Coldplay-Kopie einbrachte, was aber lediglich nur zeigt, dass es keinen einheitlichen Sammelbegriff für melodisch-melancholischen Britpop gibt. Seit dem Nr.1-Album „Tourist“ ist allerdings der Haken drin. Der Nachfolger „Beyond The Neighbourhood“ berief sich auf alte Stärken, lief aber trotz guter Qualität eher bescheiden… die Singles floppten, das Album im Prinzip auch und Athlete waren ihren Major-Plattenvertrag los. Doch so was ist ja bekanntlich immer erst der Anfang. Jetzt sind Athlete wieder da! Das vierte Album „Black Swan“ erscheint beim Indie-Label Friction Records und soll die Band wieder ein Stück nach vorn bringen.

So richtig scheint die Rechnung bisher aber nicht aufzugeben. Die muntere Vorab-Single „Superhuman Touch“ knackt grad so die britischen Top 100 und das Album hat es gerade so in die britischen Top 20 geschafft. Aber da in einer Welt, in der die Black Eyed Peas und Lady Gaga die Charts anführen Chartplatzierungen eh überbewertet und längst kein Qualitätskriterium stellt sich die Frage, was denn nun der schwarze Schwan taugt… Das Ergebnis fällt von meiner Seite aus relativ ernüchternd aus. Es ist kein schlechtes Album, aber irgendwie auch kein wirklich überragendes, wie es bspw. die ersten beiden der Band waren. Irgendwie schrammt „Black Swan“ haarscharf an der Bedeutungslosigkeit vorbei. Es wirkt die ganze Zeit so, als sei hier eine Band am Werk, welche krampfhaft versucht, irgendwie eine große Hymne nach der nächsten abzuliefern. Und es sind gute Anwärter auf diesem Album… „The Getaway“ könnte ein neuer Hit werden, „Light The Way“ ist schön aufbauend und „Rubik’s Cube“ am Ende bspw. auch eine wunderschöne Ballade, die es gerade noch schafft, nicht vollständig im Kitsch zu ersticken. Allerdings befinden sich auf Album Nr. 4 auch Songs, wie der Titelsong oder „The Awkward Goodbye“, die einfach nichtssagend sind. Andere Tracks, wie „Magical Mistakes“ oder „The Unknown“ haben durchaus Potential und gute Momente, wirken aber als Songs unausgereift. Die Band wirkt irgendwie unsicher auf ihrem neuen Album. Als habe sie der überraschende Flop von „Beyond The Neighbourhood“ vorsichtig gemacht. Dadurch begehen sie aber den entscheidenden Fehler. Sie gehen auf Nummer Sicher, fabrizieren zu viele Songs und Momente ohne Überraschung. Das macht „Black Swan“ zum bisher vorhersehbarsten und schwächsten Album dieser ansonsten hervorragenden Band. Die Jungs um Sänger Joel Pott opfern ihre Eigenständigkeit und ihr Gespür für kurzweilige Popsongs einer gewissen Uninspiriertheit. Die Band kann doch eigentlich viel mehr, als nur diese Standard-Formatradio-Britpop-Songs, die man in dieser Form schon drei Dutzend Mal von diversen anderen Bands gehört hat. Zwar haben schon die letzten beiden Alben, insbesondere „Tourist“ gezeigt, dass die Band gern mal dem Pathos frönt, aber das haben sie früher irgendwie wesentlich besser hinbekommen. Hinzukommen einfach zu wenig gute Songs. Die limitierte Bonus-CD bietet noch ein paar weitere, fast durchgängig akustische Songs, von denen einige, wen man weiter an ihnen gearbeitet hätte, durchaus auch Platz auf dem Album gefunden hätte. So ist „Black Swan“ leider eine kleine Enttäuschung. Zu wenig gute Songs treffen auf eine zusehens austauschbarere Musik. Und gerade der letztere Punkt ist das eigentlich schade an diesem Album. Diese Band kann mehr und sollte, aller kommerziellen Verpflichtungen zum Trotz, auch in Zukunft auch wieder mehr wagen. Hoffentlich lässt man sie das auch versuchen. Gemessen an ihrem bisherigen Schaffen ist es diesmal einfach etwas zu wenig.

Athlete @ MySpace

Sonntag, 30. August 2009

rhododendron's ranking ... 35/ 2009

Wachablösung im Ranking! Nach triumphalen 5 Wochen müssen die Friendly Fires die Spitze räumen. Dorthin maschieren sofort, ohne Umweg und mit viel Pauken, Trompeten und Synthesizern die Editors mit ihrer extrem eingängigen und druckvollen neuen Single „Papillon“. Da stehen die Chancen ja durchaus gut, dass man ähnlich lang an der Spitze bleibt. Ansonsten gibt es nur leichte Bewegungen innerhalb und außerhalb der Top 10. Maximo Park können bspw. in der insgesamt 12. Woche nochmal einen Platz gut machen. Den zweiten Neueinsteiger liefern die alten Haudegen von Weezer, welche mit ihrer neuen Single munter auf Platz 18 durchstarten. Das wars dann auch erstmal mit Neuigkeiten hier im Ranking. Der Rest wird wie immer als uneingeschränkte Hörempfehlung ans Herz gelegt mit denen man sich die nächsten Spätsommertage versüßen kann.

01.(NEW/ #1) Editors “Papillon”
02.( 02 / #4 ) The Twang “Barney Rubble”
03.( 01 / #6 ) Friendly Fires “Kiss Of Life”
04.( 03 / #6 ) Athlete “Superhuman Touch”
05.( 04 / #2 ) The Cribs “Cheat On Me”
06.( 06 / #5 ) Delphic “This Momentary”
07.( 08 / #3 ) Coldplay “Strawberry Swing””
08.( 05 / #4 ) U2 “I’ll Go Crazy If I Don’t Go Crazy Tonight
09.( 07 / #7 ) Arctic Monkeys „Crying Lightning“
10.( 10 / #4 ) Muse “Uprising”
11.( 13 / #2 ) Julian Plenti “Games For Days”
12.( 12 / #11) Simian Mobile Disco ft. Chris Keating “Audacity Of Huge”
13.( 09 / #3 ) Mika “We Are Golden”
14.( 11 / #7 ) Jamie T. “Sticks ‘n Stones”
15.( 14 / #10) Bloc Party “One More Chance”
16.( 17 / #12) Maxïmo Park “Questing, Not Coasting”
17.( 15 / #9 ) Mew “Introducing Palace Players”
18.(NEW/ #1) Weezer “(If You Are Wandering If I Want You To) I Want You To”
19.( 16 / #12) La Roux “Bulletproof”
20.( 18 / #2 ) Bat For Lashes “Sleep Alone”

Samstag, 29. August 2009

Die Champagne Supernova erlischt...

Oasis. Ihre größten Fans waren stets sie selbst. Mit Noel Gallagher verlässt das Genie die Band, welche nur in der Summe ihrer Teile zur Höchstform fähig war. Ein wehmütiger Nachruf, der sich hoffentlich am Ende als vollkommen überflüssig entpuppt …

Vergangenes Wochenende. Highfield-Festival. Am Samstag kurz nach 18 Uhr ist mal wieder Zeit für eine der unzähligen Anekdoten von Thees Uhlmann, dem Frontmann von Tomte. „Erinnert ihr euch nach an die Zeit vor 10 Jahren, als es Britpop noch gab und wie schön das war?“ Daraufhin erzählt er von der guten alten Zeit mit Bier vorm Molotov Club in Hamburg und stimmt sein persönliches Lied über diese Zeit an… „Ich bin bereit, gib mir Korn & Sprite“… die Referenz an „I’m feeling supersonic, give me Gin and Tonic“ ist unüberhörbar. Ebenfalls zu Beginn des Jahres war Thees Uhlmann fast am Ziel seines Fanboy-Daseins. Er durfte als Support in Dresden die Bühne mit Oasis teilen. Wohl eher aus der Not heraus geboren, weil man Angst hatte, die Halle nicht voll zu bekommen. Der Gig war kein guter, aber Thees dürfte das egal gewesen sein. Und auch er wird heut ein mulmiges Gefühl in der Magengegend haben. Denn Oasis sind, man glaubt es gar nicht richtig, wohl nun doch Geschichte.

Jene Band, die sich am Ende schon längst selbst überlebt hatte, aber gerade durch diese Situation zuletzt zu neuen Glanztaten bereit war. Das Blatt schien sich vielleicht zu wenden für jene Band, die es damals zwischen 1994 und 1997 schaffte mal kurzzeitig die größte Band der Welt zu sein. Das kann man auch nur verstehen, wenn man es damals erlebt hat. Ich gestehe von vornherein ein, dass dies bei mir natürlich nicht vollständig der Fall war. Als „Definitley Maybe“ erschien war ich grad mal 10, dennoch steht die Genialität dieses Debüts und des Multimillionenseller-Nachfolgers „(What’s The Story) Morning Glory?)“ außer Frage. Diese Band hatte das große Glück, zur richtigen Zeit mit der richtigen Musik um die Ecke zu kommen. Die Britische Musik, ihres Zeichens bereits ein Markenartikel als solcher, dümpelte seit der Auflösung der Smiths Ende der 80er vor sich herum. Die Rave-Bewegung mit den Stone Roses oder Happy Mondays hatte sich im Drogensumpf selbst aufgelöst und hatte generell nichts zu sagen. Doch es waren jene Stone Roses, bei denen Noel Roadie war und bei deren Show sein rotziger Bruder Liam beschloss Rockstar zu werden. Der Rest ist Geschichte. Nach dem Untergang des US-amerikanischen Grunges war die Zeit wieder reif für das Mutterland des Pops. Oasis schafften eine damals einmalige Symbiose aus wütendem, lautem Rock in Verbindung mit anmutigen Popmelodien. Und gleichzeitig auch eine Mixtur aus Sensibilität und Sauftum. Prolet-sein war wieder salonfähig geworden. Die Hymnen waren Hymnen für eine britische Generation Teenager, welche die Schnauze voll hatte vom konservativen Korsett der Tories. Zugleich war es das Ende des Kalten Krieges und der Aufbruch in eine neue Zeit. Und dennoch blieben Oasis am Anfang auf dem Boden. Die Songs handelten von der Perspektivlosigkeit der Arbeiterschicht und dem Wunsch des Ausbruchs aus dieser. Viel Bier, viel Zigaretten und der Wunsch als Rockstar auszubrechen aus dem tristen Manchester. Die Band lebte es vor, ging von Null auf Hundert. Der Rest war Geschichte. Die Geschichte von einigen Songs, die nie langweilig und nie kaputt gehen. „Live Forever“ ist Noels Antwort auf Nirvana. Lebensbejahend und voller Kraft. „Supersonic“, „Some Might Say“ oder „Morning Glory“ sind Legenden. „Wonderwall“ bekommst du einfach nicht kaputt und „Champagne Supernova“ ist der Höhepunkt dieses Höhenrausches gewesen.

Dass es danach erstmal bergab ging, muss niemand wundern. Diese tragische Entwicklung gibt’s von Elvis bis Jacko. Wenn du ganz oben bist und dich alle bejubeln, dann drehst du halt frei. Und das Bands, wie Oasis immer an ihren erfolgreichsten Werken gemessen werden, ist auch keine Neuerfindung der Musikindustrie. Für die nachfolgende Generation stellen am ehesten die Arctic Monkeys einen Vergleich da, die sich immer an ihrem Debüt messen lassen müssen und die jetzt gerade versuchen, mit dem neuen Album diesem Korsett zu entweichen. Aber die Welt wird immer voll mit Leuten sein, die dies nicht wünschen. Und nicht nur die Arctic Monkeys oder Thees Uhlmann wären ohne Oasis nicht das, was sie heute sind. Die Liste ließ sich von den Libertines bis Franz Ferdinand fortsetzen. Und vielleicht geht es dabei nicht nur um den musikalischen Einfluss, sondern um die Türen, welche die Gallaghers eingetreten haben. Und natürlich sind das Idioten! Kindische Sturköpfe, die sich permanent streiten und pöbeln, selbst mit Ende 30. Da kannste nix machen. Aber das sind wenigstens Typen gewesen! Typen, die auf Awardverleihungen kacken, wenn’s ihnen passt. Typen, die schleimige Reporter anpöbeln, wenn sie nerven. Typen, die halt nun mal offen sagen, dass Keane scheiße sind, wenn Keane halt scheiße sind. Etwas eigen, etwas schräg. Und dabei mein ich nicht das langweilige Pete-Doherty-Heroin-schräg. Oasis besitzen etwas, was du in der heutigen Musiklandschaft einfach nicht mehr häufig findest: Authentizität! Sollte dies wirklich das Ende sein, dann haben sie es auf ihre Art und Weise durchgezogen. Vielleicht ist es auch besser so. Am Ende sollen die beiden Brüder ja abseits der Bühne kaum noch miteinander kommuniziert haben, zumal man sich musikalisch immer weiter auseinander gelebt hatte. Noel selber strebt wohl nach ambitionierteren Projekten und Veränderung, während sich der ewig plumpe Pöbler Liam mit der einfachen Schiene zufrieden gibt. So etwas bremst dann auf Dauer auch die Kreativität. Wenn man diese beiden Brüder und ihr Verhältnis so sieht, dann trifft es das Sprichwort „Pack schlägt sich, Pack verträgt sich“ ganz gut. Vielleicht hilft die Pause erstmal die Gemüter zu beruhigen. Noel hat nun endlich Zeit, sein Soloalbum aufzunehmen und Liam hat vielleicht Zeit, erwachsen zu werden. Und insofern sie es wollen, kommen sie auch in 5 Jahren oder weniger wieder. Ich bin jedenfalls froh, sie diesen Sommer glücklicherweise noch mal live gesehen zu haben. Thees sieht das sicher aus seiner Perspektive ähnlich. So ist dies sicher ein trauriger Tag, aber nicht das Ende der Welt. Die Musik lebt weiter. Darauf ein billiges Dosenbier und einen dahin geschmetterten Refrain. You ain’t never gonna burn my heart out! Fooking Amen!



Dienstag, 25. August 2009

IAMX - Tear Garden

Auch Chris Corner alias IAMX veröffentlicht mit Tear Garden aktuell die zweite Single aus seinem Album Kingdom of Welcome Addiction. Passend zu IAMX' leichter Affinität für Kitsch wandelt der Astrophysiker und Wahl-Berliner den Stadtteil Tiergarten in Tear Garden um. Das Video besticht durch gewohnt düstere Ästhetik und einer leicht bekleideten, schön beleuchteten Band. Man hofft nur, der von Chris getragene Pelz ist eine Fälschung. Bis November tourt der Ex-Sneaker Pimps Frontmann mit seinen Kompanen noch durch Polen, Rumänien, Österreich und Deutschland.

Julian Plenti ft. Emily Haines - Games For Days

Nachdem Interpol Frontmann Paul Banks aka Julian Plenti für sein Album ... is skyscraper ausschließlich überwältigende Kritiken bekommt und rhododendron ihn auf nobono auch kürzlich schon positiv erwähnt hat, muss man fairerweise nochmal das Video zur ersten Single Games For Days an dieser Stelle zeigen. Adrette Unterstützung erhält Julian Plenti zudem auch noch von seiner kanadischen Kollegin Emily Haines, die momentan auch mit frischen Sachen ihrer Band Metric unterwegs ist. Die Musik von Julian solo ist anders als die seiner Band Interpol. Sie ist verspielter und experimenteller. Sehr freuen kann man sich also im Augenblick über die Soloplatte aber dann auch wieder über die zukünftigen Interpol-Songs.

Bat For Lashes - Sleep Alone

Dass sich Bat For Lashes gerne mit den verspielten Seiten des Lebens herumschlägt ist bekannt. Im neuen Video zu Sleep Alone ist ebenfalls keine Veränderung diesbezüglich zu sehen. Doch was wäre Natasha Khanh ohne magischem Denken, Zauberei, Tagträumen und Traumsequenzen? Diese Verspieltheit, die manchmal auch düster wirkt, ist essentiell für das Konzept von Bat For Lashes. Im letzten Video zu Pearls Dream schwebte sie über die Theaterbühne mit Wölfen, während ihr ihre böse Zwillingsschwester zusah und gegen Ende des Songs starb. Im aktuellen Video arbeitet sich Natasha durch ihre Schlaflosigkeit in dem Sie munter nachts durch die Straßen läuft und dann Dinge zu basteln, die ihr helfen sollen wieder alleine schlafen zu können. Genau dies schafft sie dann auch zum Ende des Videos. Na dann, schlafen sie schön Ms. Bat For Lashes.

Antony and The Johnsons - Crazy In Love

Was sagt man dazu? Antony Hegarty covert Beyonces Überhit Crazy in Love. Das Cover begleitet Antonys 2. Auskopplung Aeon aus seinem Album The Crying Light als Doppel A-Seite. Hatte man bei Beyonces Original noch das Gefühl es ginge weitestgehend um Party und sich möglichst sexy zum Song zu bewegen, so dreht es Antony genau in die andere Richtung. Plötzlich erhält der Song Tiefe. Antony singt zwar die gleichen Zeilen wie Beyonce, doch er singt sie anders. Man glaubt ihm jedes Wort und erhält das Gefühl man würde gerade einen Mann hören, der einfach nur außer sich ist, verzweifelt vor Verliebtheit und Fokussiertheit auf eine Person. Langsam schleicht sich das Gefühl ein, auch Antony könnte etwas wunderbares aus Boom Boom Boom (I want you in my Room) der Vengaboys machen. Ja, unser Wunderkind könnte das sogar, ohne Zweifel.

A Camp - Love Has Left The Room

Zeit für Single Nummer 2 aus Album Nummer 2, dachte sich wohl unsere bezaubernde (eigentlich Cardigans-Frontfrau) Nina Persson, die bis vor kurzem noch quer durch Europa tourte. Kritiker waren sich einig, dass es auf dem neuen A Camp Album Colonia, wie auch schon auf dem selbstbetitelten Vorgänger, eigentlich nur wenige Hits gäbe und es primär Langeweile beim Hören auslöst. Dies kann uns an dieser Stelle egal sein, denn Love Has Left The Room stellt definitiv einen erfrischenden Hit dar und man fragt sich zu Recht wieso diese Single nicht der Albumvorboote war. Das Video zu Love Has Left The Room wurde auf einem Leuchtturmgelände von Long Island, NY von Sarah Flicker und Maximilla Lukacs gedreht.

Tanz auf der Trauerfeier

Das Highfield in Hohenfelden sagt „Auf Wiedersehen“ und ich winke mal zum Abschied mit. Ansonsten the same procedure as every year. Ein musikalisches Kondolenzschreiben…

PS: Die hier zu sehenden Fotos stammen alle von der Homepage der TLZ. Da gibt’s auch noch dutzende mehr. Einfach hier klicken…


Akzeptanz und Gelassenheit sind einige der absoluten Vorzüge des “Alters”. Und ja, ich sage „Alter“, obwohl ich vergangenen Monat „erst“ 25 geworden bin. Na jedenfalls entwickelt man da eine gewisse Entspanntheit, was Dinge angeht. Vergangenes Jahr habe ich meine Highfield-Review noch mit ausgiebigem Schimpfen über die Ideenlosigkeit klassischer Rockmusik und die Prolligkeit vieler Festivalbesucher eröffnet. Und um das gleich mal vorauszuschicken: Geändert hat sich daran nicht wirklich etwas. Warum auch? Das Prinzip „Rockfestival“ funktioniert seit Woodstock vor fast exakt 40 Jahren bestens und meist immer gleich. Also zelebrierte man den gepflegten bzw. ungepflegten Eskapismus mit viel Bier, viel Gegröle, viel Gitarren und noch mehr Bier. Wenn Jimi Hendrix das noch erleben dürfte. Dennoch, und das sei dem Festival hoch angerechnet, geht es im Allgemeinen immer recht friedlich und harmonisch zu. Entspannte Idiotie, die irgendwie ansteckt. Fernab der Zivilisation am Stausee Hohenfelden kann man mal endlich all das machen, was normal an Schule, Uni oder Arbeitsstelle nicht geht. Arbeit Nervt halt! Wo waren eigentlich Deichkind an diesem Wochenende? Und so setzt sich das Publikum aus einem bunten Haufen unterschiedlichster Charaktere zusammen. Vom hippen „Ich-komm-aus-Berliiiiiin“-Indie-Starlett bis zum Dorfproll in Camouflage-Badeshorts findet man hier alles vor. Von denen die sich ganz zeitig schon aufs Festivalgelände begeben bis zu denen, deren Alkoholpegel bereits vor 20 Uhr auf bedrohlichem Level ist und die den Zeltplatz teilweise während des ganzen Wochenendes nicht verlassen. Bester gehörter Satz in diesem Kontext: „Hä? Ihr geht euch Musik anschauen? Ihr seid ja spießig!“ Ja, ich bin spießig, aber in dem Zusammenhang steh ich dazu. Selbst-Profilierung bei 25.000 elektrisierenden Besuchern ist auch ein recht schwieriges Unterfangen, also lass ich’s gleich sein. Deshalb geht’s mit uncooler aber zweckmäßiger Billig-Regenjacke (die zum Glück nicht wirklich benötigt wurde) am Freitag schon gegen Nachmittag aufs Gelände.

Erster Anlaufpunkt des Wochenendes war Get Well Soon. Seit dem Erscheinen Anfang 2008 ist der Wahl-Münchner Konstantin Gropper mit seinem Projekt fast ununterbrochen on the road, wie man so schön neudeutsch sagt. An ihrer Kraft und Intensität haben diese Songs aber nach wie vor nichts verloren. Noch immer ist „I Sold My Hands For Foot, So Please Feet Me“ ein unglaubliches Monster von Song. Höchste Zeit, dass ich mir das Album nochmal anhöre. Ansonsten ist die Show aber relativ unverändert gegenüber 2008 und da es keine neuen Songs gab, darf man gespannt sein, was denn Album Nummer Zwei, wann auch immer es kommt, zu bieten haben wird. Bei den Wombats freu ich mich darauf nicht wirklich. Die spielten im Anschluss ihren very british Indie-Poprock von der Stange und da grad nichts anderes lief, schaute ich halt mal hin. Und an ihrer Überflüssigkeit haben die aus meiner Sicht auch nach wie vor nichts verloren. Das Debüt, dessen seltsamer Name mir gerade entfallen war, bot außer den recht ordentlichen Hitsingles kaum Weiterhörenswertes. Und die neuen Songs… Gut, die konnte ich als solche nicht identifizieren, aber na ja. Der Mehrheit im Publikum hat’s gefallen und das ist ja auch okay. Aus den Ohren aus dem Sinn. Ich möchte ja nicht sagen, dass dies bei Wilco im Anschluss ähnlich war. Aber die waren mir vorher nur vom Hörensagen ein Begriff. Und von der Tatsache, dass sie im Altherren-Musikjournalismus des Rolling Stone Magazins immer hochgelobt werden. Hmm, ob dies ein gutes Kriterium ist? An sich aber ein solides Set, welches die Band aus Chicago abliefert. Und angesichts der Wombats und der ewig gleichen Mainstream-Rock-Beschallung durch die Hosen, Ärzte oder Beatsteaks auf dem Zeltplatz war dieser ur-blusige US-Folkrock (darf man das so beschreiben, liebe Wilco-Fans?) eine gelungene Abwechslung. Gute Band! Doch natürlich dienten Wilco nur dazu, sich einen guten Platz zu sichern. Von diesem konnte man sich anschließend das Heimspiel des Erfurters Clueso mit samt Band anschauen. Und das war mal richtig überraschend. Überraschend gut nämlich. Schon beeindruckend, welch erstaunliche Entwicklung dieser kleine Lausbub in den letzten Jahren genommen hat. Vom kleinen Hip Hopper hin zu einem der interessantesten und sympathischsten Popstars des Landes, dessen musikalisches Spektrum mittlerweile recht vielseitig angelegt ist.

Und Songs wie „Gewinner“ sind halt einfach mal gute Songs. Das sieht die Mehrheit der Leute an diesem Abend genauso und macht es dem jungen Mann leicht. Kein Wunder, ist er doch der einzig brauchbare Popstar des Bundeslandes und damit auf der sicheren Seite. Die Masse geht gut ab und kann wortgenau mitsingen. So werden gerade die Balladen, wie das wunderbare „Chicago“ zu einem echten Gänsehauterlebnis. Spätestens, wenn er als Zugabe das ruhige „so sehr dabei“ als Schwanengesang auf das Highfield anstimmt. Denn das Festival muss ja bekanntlich den Stausee Hohenfelden räumen. Zu groß sind die Schäden für die Bauern und den See. Na ja, irgendwie unnütz. Aber na gut, zurück zur Musik. Eine erstaunlich souveräne Darbietung von Clueso war das allemal. Grönemeyer kann schon mal in Rente gehen. Jedenfalls war ich jetzt gut eingestimmt um meine persönliche Haupt-Wunschband des Tages, nämlich Maximo Park, die im Anschluss spielten. Seit jeher eine meiner Lieblingsbands, die es geschafft hat, seit 2005 drei sehr gute Alben unters Volk zu bringen. Auch das neue Album, „Quicken The Heart“ ist wieder so eins, auch wenn man das nicht sofort hören mag. Los ging’s aber erstmal mit „altem Scheiß“, nämlich „Graffiti“ vom Debüt. Da war die Hütte schon am Abhotten. In den nächsten 70min gab’s dann ein buntes Set aus allen Alben. Dazu neben einer solide spielenden Band (wie immer ein humorvoller Anblick: Keyboarder Lukas) wie immer ein herrlich aufgedrehter Paul Smith. Die Frontsau, wie immer, im stilsicheren Anzug und auf 180. Er wirbelt herum, feuert das Publikum an, zuckt und tanzt und schafft es dabei immer noch mit allerhand pathetischen Gesten diese wundervollen, kleinen Poprock-Songs zu singen. Ach, und was für welche… „The Kids Are Sick Again“, „Books From Boxes“, „Going Missing“ oder die tolle neue Single „Questing, Not Coasting“… alle waren sie dabei. “The Coast is always changing” wäre die Krönung gewesen, dafür gab’s aber überraschenderweise das kunstvolle, ruhige „Acrobat“ vom Debütalbum. Eine tolle Vorstellung, wenngleich der Sound nicht so berauschend war. Hmm, das übliche Problem in der ersten Reihe. Deshalb, und weil’s etwas zu voll wurde, ging ich im Anschluss nach hinten, um mir den Hauptact des Tages, die <bArctic Monkeys anzuschauen. Diese kamen pünktlich zur Geisterstunde um Mitternacht auf die Bühne und überraschten auf ganzer Linie. Die jungen Herren aus Sheffield scheinen angesichts des neuen Albums „Humbug“ wirklich ein wenig reifer geworden zu sein. So begnügt man sich an diesem Abend nicht damit, dem Publikum zu geben, was es haben möchte. Die Songs des kultigen Debütalbums kann man an ein paar Fingern abzählen. Das totgespielte „I bet you look good on the dancefloor“ wird widerwillig gespielt, aber auf “When the Sun goes down” wird bspw. komplett verzichtet. Interessant. Dafür gibt’s zu großen Teilen die etwas ruhigeren und verworrenen Songs des neuen Albums „Humbug“. Großes Tennis, das beweist, dass die Band mehr drauf hat als Wombats-ähnliche Disco-Songs zu schreiben. Die Ambitionen des Quartetts kommen weiter hinten nicht so sehr an, aber vorn ist der Applaus größer. Ich persönlich freue mich über persönliche Favouriten, wie „If you were there, beware“ vom letzten Album und so viel Mut. Wortkarg waren sie schon immer. Das ist okay. Und auf jeden Fall macht es immer noch Spass, „Humbug“ zu hören und dabei die Songs zu entdecken. Ein mehr als gelungener erster Tag ging deshalb zu Ende. Und ich war dann sogar so uncool, dass ich am Partyzelt und dem x-ten Mal „Hello Joe“ vorbei ging um mich direkt ohne Los Richtung eigenes Zelt zu begeben.

Kurz war die Nacht dann allerdings trotzdem. Is ja immer so. Da hilft nur eins! Aufstehen, Weitertrinken, Weiterfeiern! Oder so ähnlich. Während viele noch ihren Rausch ausschliefen gings gegen Nachmittag ganz entspannt aufs Festival um noch ein paar musikalische Highlights zu finden. Spinnerette war sicher keines davon. Die US-Rockband um die frühere Distillers-Frontfrau Brody Dalle macht so absolut nichtssagenden US-Alternative-Rock, dass man ihr deshalb gar nicht böse sein kann. Oh, und ich hab gelernt, dass sie mit Josh Homme verheiratet ist. Dennoch hab ich hier erstmal weiter hinten etwas gechillt. Danach wollte ich allerdings munter werden, wozu sich die mexikanische Band Panteon Rococo bestens eignete. Ein luftig leichter aber enorm tanzbarer Mix aus Rock, Pop, Ska und lateinamerikanischen Klängen machte Bock auf Arschwacklen, Händeklatschen und andere Bewegungsspielarten. Eigentlich nicht so Musik, die ich privat höre, aber in diesem Fall einfach genau richtig an diesem schönen, warmen Sommertag. Und es macht immer Spass eine Band mit Spielfreude zu sehen. Im Prinzip dass, was letztes Jahr an gleicher Stelle Gogol Bordello für mich waren. Diese musikalische Vielfalt an unterschiedlichen Rockspielarten ist ja auch ein großer Pluspunkt dieses Festivals. Denn wo bekommt man schon mexikanischen Rock gefolgt von deutschem Indierock? Im Anschluss standen nämlich die unverwechselbaren Tomte auf dem Spielplan, zu denen ich in den letzten Jahren eine innige Liebe entwickelt habe. Zum einen, weil sie ganz wunderbare Popsongs in unpeinlicher deutscher Sprache schreiben und zum anderen, weil Bandleader Thees Uhlmann einfach so’n Vollsympath ist. Auch an diesem Tag. Das Set beginnt mit einem kurzen Akustik-Cover von „Human“ von den Killers (!) und mündet dann gleich in die famose „Schönheit der Chance“. „Alles real, nix fake!“ propagandiert Uhlmann. Danach spielen Tomte ein solides Set aus ihren größten Hits, bei dem das Publikum gut mitgeht und mitsingt. Ach, und einen Flashmob gab’s. Ist aus dem eigentlich was geworden? Ich hab mitgemacht, mich trifft keine Schuld. Und ganz nebenbei gibt sich Uhlmann, der „Godfather of german Indie-Rock“ (O-Ton: Ich) als Anekdotenerzähler, der von nächtlichen Badeunfällen berichtet und gegen die NPD wettert. Hinter mir schreien einige „Langeweilig!“, aber so isser halt. Eine Figur, an der sich die Geister scheitern. Ein toller, leider zu kurzer Auftritt der Band. Die Überpünktlichkeit brachte mich aber dazu endlich mal einen Abstecher drüben ins Zelt zu wagen, wo ich dann noch die ersten Songs von Metric mitbekommen sollte. Die Band um die extrem attraktive und extrem talentierte Emily Haines spielte vor vollem Haus bzw. Zelt und schien, wie ich mir später sagen lies, das Publikum gut im Griff zu haben. Mir war’s dann leider etwas zu voll und ich entschloss mich wieder Frischluft zu schnappen, um einen lauschigen Sonnenuntergang am See zu genießen. Die Musik dazu lieferten Vampire Weekend, die mir mit ihrem selbst betitelten Debüt mein persönliches Sommeralbum für 2008 bescherten. Was gibt es also mehr, als die Kombination Sonne und Vampire Weekend auch an diesem Abend zu genießen? Gespielt wurden alle relevanten Hits des Debüts und schon einige sehr vielversprechende Vorboten des Nachfolgers. Das Publikum wurde im Verlauf der Performance zusehens munterer und interessierter, wenngleich man natürlich primär auf den Mini-Hit „A-Punk“ wartete. Aber auch „Blake’s Got A New Face“ funktionierte ganz gut. Ein sehr stimmungsvoller, kurzweiliger Auftritt. Danach war allerdings die Sonne untergegangen und die Party sollte richtig losgehen. Dafür eignet sich Deutschlands landeseigner Punkrock-Stimmungsmacher Farin Urlaub natürlich bestens. Dieser enterte kurz nach halb 9 mitsamt seinem Racing Team die Hauptbühne und wurde da wärmstens empfangen. Die Masse des Publikums ist bei einem Farin Urlaub Gig mittlerweile eh ähnlich dem eines Ärzte-Auftritts. Kaum ein Ärzte-Fan, der nicht auch Farins Solo-Zeug mag. Umgedreht gibt es das sowieso nicht. Immerhin gehen auch die größten Ärzte-Hits auf das Konto von Jan Fedder aka Herr Urlaub. Und einen großen musikalischen Unterschied zu seinen Solo-Sachen kann ich auch nicht ausmachen. Das bleiben schmissige, eingängige und ungefährliche Poppunk-Songs, wenngleich der Bläseranteil bei den Solosachen größer ist. Textlich widmet sich Urlaub ebenfalls den begehrten Themen Liebe/ Gesellschaft und Schwachsinn. Vielleicht ne Spur ernster, das macht vielleicht das Alter. Kein Wunder dass dieser blonde 45jährige Berliner mit den nie langweilig werdenden „Teen Angst“-Themen nach wie vor eine breite Altersschicht anspricht. Als die Band mit Spielen beginnt, geht ordentlich die Post ab. Vielleicht etwas zu sehr. Ärzte-Fans moshen halt gern. Vielleicht etwas zu viel für meinen Geschmack und vielleicht auch für den von Herrn Urlaub, der das Konzert kurz unterbricht um das Publikum zum Friedlichsein zu animieren. Sehr löblich! Is mir dennoch etwas zu viel Kampf und zu wenig Konzert, also geh ich ein wenig weiter hinten. Da ist die Stimmung auch gut, aber man kann noch atmen und bekommt nicht die schwitzenden Körper irgend welcher halbnackter Farin-Fans hautnahe zu spüren. Das Racing Team spielt einen fulminanten Auftritt und macht Spass, auch wenn es mir als Laie schwer fällt, da was auseinander zuhalten. Dennoch gute Arbeit, doch mich zog es noch kurz rüber ins Zelt um da noch ein paar Songs der viel umjubelten Maccabees mitzubekommen. Bisher waren die mir nämlich bis auf den Namen relativ fremd, muss ich sagen. Hört sich nach nettem Indierock an. Sänger Orlando Weeks trifft in etwa die Stimmlage eines Win Butler (Arcade Fire) und hat die Gitarre soweit oben hängen, dass man ihm fast Bela B. auf den Hals hetzen möchte. War irgendwie nett, aber nicht sonderlich spektakulär. Müsste man vielleicht noch mal reinhören. Danach war ich allerdings definitiv bereit für eine Pause, am besten in Form eines guten Dresdner Handbrotes. Yammi! Also entspannte ich ein wenig im Coca Cola Soundwave Tent (immer noch furchtbarster Name der Welt) während der Umbaupause. Draußen spielten The Offspring, die ich mir aber erspaarte. Vor zehn Jahren wäre ich da vielleicht hingegangen, aber heutzutage gibt mir das nix mehr. Während die anderen also noch in nostalgischen Erinnerungen schwebten, genoss ich die kurze Erholung, um dann im Zelt mal kurz aus der Lethargie gerissen zu werden. Und wie! Die letzte Band des Abends sollten da nämlich die wunderbaren Baddies sein. Ich meine, im Prinzip ist diese ganze Indie-New-Wave-Rock-Welle aus England ja seit einiger Zeit tot und ich persönlich bin all dieser Franz-Ferdinand-Klone langsam überdrüssig. Aber an diesem Abend kommt diese Band auf die Bühne spielt innerhalb einer Stunde ein famoses Set aus kantigen, schroffen Post-Punk-Songs, die gleichzeitig schroff, wie druckvoll, wütend wie eingängig sind. Keine Ahnung, wie es diese Band geschafft hat, aber für einige Momente fühlte es sich an, als sei dies die Entdeckung des nächsten großen Dings! Und dabei meine ich die Joy-Division-Größenordnung! Das relativiert sich natürlich im Laufe des Auftritts wieder, aber in diesem Moment war ich vollkommen überwältig von ihrem energetischen punktgenauen Rock und dem Auftritt der Band. Die sahen zwar alle aus wie Versicherungsvertreter, legten sich aber ordentlich ins Zeug. Besonders Lead-Sänger Michael Webster, welcher den zappelnden Gitarrenroboter gibt und eine mit durchstechenden Blick ins Mikro schreit. Nach all dem Mainstream-Rock des Festivals oder auch all dem Elektro-Kram, den ich zuletzt auf dem MELT! gehört hatte, war diese Band irgendwie erfrischend für meine Ohren und Beine. Schroff, aber schön und mit ansprechender Direktheit. Ob sich das auch auf der bald erscheinenden Debütplatte „Do The Job“ so gibt, bleibt abzuwarten, aber an diesem Abend waren die Baddies für knapp 60 Minuten für mich die wichtigste und beste Band der Welt! Und das ist ein Gefühl, an das ich mich gern zurückerinnere. Damit hat auch dieser Festivaltag einen gebührenden Abschluss gefunden. Die Baddies bedanken sich dafür, dass ihre Zuschauer sich neuer Musik öffnen, was natürlich einen schönen Kontrast du den draußen aufspielenden Faith No More darstellt. Die Band hatte ihren musikalischen Zenit sowieso schon hinter sich gelassen, als ich angefangen habe, aktiv Musik zu hören. Ist zwar schön, dass die sich damals 1998, als das Highfield das erste Mal stattfand auflösten und nun pünktlich zum letzten wiederkommen, aber es stellt sich einem einfach die Frage: Wer braucht diese Band 2009 noch bzw. wieder? Cross-Over? Himmelherrgott… Mike Pattons Solosachen waren da ja wesentlich interessanter. Hier wirkt die Band wie eine alte Kirmesband, die ihre alten Kamellen spielt. Immerhin passen die trashigen Anzüge dazu. Zwischendurch beschwert sich Patton, welcher mittlerweile ein wenig aussieht wie Robert Downey Jr., warum denn das Publikum nicht komplett austickt. Vielleicht, weil es zu wenig Grund dazu gibt. Meine Generation kann damit einfach nichts anfangen. Vielleicht wenn ich 5 Jahre älter wäre, aber so besitzt diese Band einfach Null Relevanz und ich verzieh mich nach kurzem Gastspiel wieder Richtung Zeltplatz.

Und wo wir gerade bei seltsamen 90er-Jahre-Band-Revivals sind… da schlag ich doch spontan gleich die inhaltliche Brücke zum Sonntag und Deutschlands Antwort auf eben dieses Revival: Selig! Die sollten an diesem noch heißeren Abschlusstag für mich die erste Band des Tages sein. Allerdings tut der Vergleich mit Faith No More hier ziemlich hinken. Immerhin sind Selig nicht nur mit neuen Kamellen am Start, sondern haben ein neues Album mit dabei, welches beim Publikum sehr gut ankommt. Die Altersschichten scheinen auch etwas durchmischter zu sein, als am Vorabend. Und so spielt man bspw. „Ist es wichtig?“ als sperrigen Anfang oder die Allzweck-Schmuseballade „Ohne dich“, welche auch nach 15 Jahren immer noch einer der besseren deutschsprachigen Songs ist und vom Publikum ordentlich intoniert wird. Frontmann Jan Plewka hat sich farblich unter das Motto „rot und eng“ gestellt und genießt das Comeback sichtlich. Also, schlecht war das nicht, muss ich sagen. Gute Vorstellung! Danach erstmal Pause. Generell ist dieser Sonntag relativ ereignisarm und dient eher zum entspannten Ausklang meinerseits, was angesichts der Vortage durchaus okay ist. Also legt man sich auf den leicht verdorrten Rasen, während im Hintergrund die furchtbaren AFI einen undeutbaren Scheiß zusammenspielen. Anschließend spielen Apocalyptica aus Finnland und das gar nicht mal so schlecht. Ich meine, die machen Cello Metal… das ist so dämlich, dass man es schon wieder gut finden muss. Außerdem sehen die Typen aus, wie direkt aus „World of Warcraft“ entsprungen. Gespielt wird ein Mix aus Metallica-Covern und ein paar eigenen Songs. Klassik-Einsprenkler inklusive. Macht eigentlich Laune und es rockt recht gut. Als am Ende „Enter Sandman“ gespielt wird und das Publikum dazu den Gesang übernimmt macht das einfach nur Spass. Es ist das 200. Konzert der aktuellen Apocalyptica-Tour und auch das Letzte. Ein würdiger Abschluss, würd ich sagen. Recht unterhaltsam, privat aber nichts für mich. Nichts mehr für mich sind dann im Anschluss die Deftones, die ich mir aber, auch bedingt durch meine kurze aber intensive Teenager-Nu-Metal-Phase gern noch mal anschaue. Der alten Zeiten wegen. Wenngleich die Deftones immer die gute Seite dieses furchtbaren Kurzzeit-Genres repräsentierten. Offen für Experimente und bekannt für den charismatischen Sänger Chino Moreno, der es schafft binnen Sekunden von wütendem Geschrei auf zerbrechlichen Gesang umzuschwenken. Auch 2009 klappt das noch und die Band kommt gut an, spielt am Ende das unverwüstliche „Change (In The House Of Flies)“, sowie „Back in School“. Herrlich altmodisch! Ich hätte mich noch über „Digital Bath“ gefreut. Na ja, schöne Sache zum Erinnern. So ähnlich müssen sich die Faith No More-Fans am Vorabend gefühlt haben. Danach lief erstmal eine Weile nichts. Im Zelt spielten Blitzen Trap schrulligen Südstaaten-Rock der Marke „Okay“, während Rise Against auf der Hauptbühne die Massen zu austauschbarem US-Krach-Punk zum Toben brachten. Das ich vorher noch nie etwas von der Band gehört hatte beweist nur, dass ich in dem Genre nicht wirklich beheimatet bin. Nee, ich fühl mich da, ganz männlich, natürlich eher von homosexuell angehauchten Indie-Pop angesprochen! Und so sollte dieses Festival im Coca Cola Tent mit dem famosen Patrick Wolf enden! Und was für ein Ende! So hatte sich dann doch ein großer Pulk an Menschen mit Geschmack und Unlust auf Campino und Co. eingefunden, als Wolf gegen halb 10 die Bühne betrat. Und natürlich stilsicher in eine Kombination aus Gold mit… ähm… noch mehr Gold. Wolf treibt die schwule Diva mittlerweile endgültig auf die Spitze und sieht aus, als sehr er beim ABBA-Coverband-Casting bis in die letzte Runde gekommen. Ein feiner Anblick! Als er dann mit seiner akkuraten Begleitband loslegt, kann die Abschlussparty beginnen. Das Publikum gibt sich erst etwas verhalten bis verwundert, taut dann allerdings ordentlich auf und schließt sich der Spielfreude des Protagonisten an. Wolf ist gut drauf, klettert in den Bühnengraben und fast sogar ins Publikum, umarmt die Ordner und freut sich über die verschwitzte Unterwäsche, welche ihm auf die Bühne geworfen wird. Männer, wie Frauen liegen ihm in der ersten Reihe zu Füßen… vielleicht sogar mehr Männer. Das wird mit einem kleinen Strip belohnt. Und sagen wir mal so… das was da unter dem goldnen Gewand getragen wird, überlässt nichts der Fantasie. Spielend leicht schafft Patrick Wolf den Sprung durch alle Genres. Egal, ob Rock, einfühlsames Singer-Songwritertum oder einfach nur Disco… er kann alles und man nimmt ihm diese Vielseitigkeit auch zu jedem Zeitpunkt ab. Zwischendurch bedankt er sich ganz artig und verrät, dass er gerade am Deutschlernen ist. Das wird natürlich im Land der Dichter und Denker gern aufgenommen. Am Ende ist der Jubel gewaltig und es gibt noch mal eine Zugabe des erblondeten Entertainers sowie noch mal ordentlich Publikumskontakt. Ein fulminantes Ende dieses Festivals! Hatte der Sonntag doch noch Sinn!

Nach so einem geilen Auftritt wirken Die Toten Hosen auf der Hauptbühne dann gleich noch mal doppelt so lahm, wie man es erwartet hätte. Sicher, die Düsseldorfer Altpunks sind deutsches Kulturgut und ein Lied bzw. Refrain kann jeder Deutsche mindestens mitsingen, aber irgendwie ist das so gar nicht mehr meine Welt. Und das obwohl ich in jungen Jahren ein paar Songs ganz gern mochte. Aber na ja, wer halt nach 20 Jahren immer noch nicht die Schnauze voll hat von den ewig gleichen Mitgröhl-Hymnen übers Durchhalten, Herzschmerz und vor allem Alkohol, der soll sie halt feiern, die guten, alten Zeit. Immerhin ist Campino ganz locker drauf an diesem Abend. Ich könnte mir schon denken, dass der mittlerweile auch mal mehr Bock auf anspruchsvollere Sachen hätte, aber Hosen-Frontmann bist du halt auf Lebenszeit. Egal ob mit 25 oder mit 45. Muss man einfach mit! Vielleicht wär ich mit ’nem Pegel jenseits der 2 Promille auch noch mal mitgezogen… der alten Zeiten wegen halt. Aber so irgendwie nicht. Dennoch ein imposanter Abschluss, wenn am Ende tausende Leute zusammen „You’ll Never Walk Alone“ grölen. Damit ist dann aber auch endgültig Schluss! Das Highfield gibt zur Abschiedsvorstellung noch mal eine Art Best of mit den größten Hits der letzten 20 Jahre und einem Publikum von 14 bis 40. Die Blaupause eines Rockfestivals. Und natürlich soll das Highfield 2010 wiederkommen mit neuer Adresse und im Osten wie man versichert. Dennoch ist man am nächsten Tag irgendwie leicht wehmütig. Denn eigentlich ist das eine schöne Landschaft da am Stausee Hohenfelden. Und wenn man dann die Unmengen an übrig gebliebenen Müll sieht versteht man die Bauern schon ein wenig, aber schön wär’s schon gewesen, wenn man sich einen Ruck gegeben hätte. Mit der Location stirbt halt das essentielle Stück Highfield. Ob dies nächstes Jahr an andere Stelle genauso gut funktioniert bleibt fraglich. Ich hab mich jedenfalls schon mal mehr oder weniger verabschiedet. Das Highfield 2009 war, wohl auch aufgrund der überschaubaren Highlights, ein recht entspanntes Festival mit hohem Unterhaltungswert aber wenig musikalischen Offenbarungen. Und trotz des Umzugs werden sicher auch im nächsten Jahr viele Menschen kommen, um den guten alten Zeiten bzw. dem hemmungslosen Eskapismus zu frönen. Und das ist ja auch okay so. Jedenfalls wurde die Trauerfeier 2009 eher zum Besäufnis als zur Beerdigung. Das Leben geht halt weiter. Dann sag ich mal: Bis zum Festivalsommer 2010. Egal, wann oder wo genau.

Montag, 24. August 2009

rhododendron's ranking ... 34/ 2009

Gähn! Festivalbedingt gibt es das Ranking heut mal an nem Montag statt am Sonntag. Und obwohl ich so fertig bin, erinnere ich mich durchaus noch an meine Lieblingssongs. Und passend zum langsam ausklingenden Sommer gastiert mein Sommerhit, „Kiss Of Life“ von den Friendly Fires eine beachtliche fünfte Woche in Folge an der Spitze der Charts. Wie immer mit The Twang und Athlete dahinter. Und Johnny Marr ist auch wieder da! Diesmal als Neu-Mitglied bei The Cribs und das wirkt sich natürlich sofort auf die musikalische Qualität dieser ansonsten eher überflüssigen Band aus… „Cheat On Me“ ist ein astreiner, kleiner Gitarrenpop-Song für den es gleich Platz 4 gibt. Ansonsten entern Coldplay die Top 10 und tauschen ihren Platz mit Jamie T. Neu dabei auf der 13 ist Paul Banks von Interpol mit seinem Alter-Ego Julian Plenti und der neuen Single „Games For Days“. Und wo wir gerade bei Alter Egos sind. Auch Natasha Khan meldet sich als Bat For Lashes zurück und sichert sich mit der 3. Single des aktuellen Albums, „Sleep Alone“, den 18. Platz. Und das ist ein gutes Stichwort... einfach mal ne Mütze Schlaf sichern werde ich. Und vielleicht reichts ja sogar noch für einen Highfield-Bericht vorher.

01.( 01 / #5 ) Friendly Fires “Kiss Of Life”
02.( 02 / #3 ) The Twang “Barney Rubble”
03.( 03 / #5 ) Athlete “Superhuman Touch”
04.(NEW/ #1) The Cribs “Cheat On Me”
05.( 05 / #3 ) U2 “I’ll Go Crazy If I Don’t Go Crazy Tonight”
06.( 07 / #4 ) Delphic “This Momentary”
07.( 04 / #6 ) Arctic Monkeys „Crying Lightning“
08.( 11 / #2 ) Coldplay “Strawberry Swing”
09.( 06 / #2 ) Mika “We Are Golden”
10.( 10 / #3 ) Muse “Uprising”
11.( 08 / #6 ) Jamie T. “Sticks ‘n Stones”
12.( 09 / #10) Simian Mobile Disco ft. Chris Keating “Audacity Of Huge”
13.(NEW/ #1) Julian Plenti “Games For Days”
14.( 12 / #9 ) Bloc Party “One More Chance”
15.( 13 / #8 ) Mew “Introducing Palace Players”
16.( 14 / #11) La Roux “Bulletproof”
17.( 17 / #11) Maxïmo Park “Questing, Not Coasting”
18.(NEW/ #1) Bat For Lashes “Sleep Alone”
19.( 16 / #4 ) Kasabian “Where Did All The Love Go?”
20.( 15 / #5 ) Calvin Harris “Ready For The Weekend”

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Götterdämmerung
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rhododendron - 19. Jul, 13:48
Chillaxing
PBMR präsentiert sein 'finales' Mixtape ... relaxte...
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rhododendron - 8. Jul, 13:49
blog
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Kurz und Bündig - 07/2011
Once more with feeling... ein verliebter Traumtänzer,...
rhododendron - 1. Jul, 15:55

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