Sommerloch-Musik #3
Madrugada - Sister
Heute ist der Sommer mal nicht wohlig durchwärmend und die Sonne lebensenergiespendend. Heute gibt es ein Lied für die zahlreichen Tage, wo die Sonne einfach nur unbarmherzig runterbrennt. Wo sie keine lebensspendende Kraft mehr hat, sondern man vielmehr dabei zusehen kann, wie sie das Gras versengt. Jede Bewegung ist ein verdammter Kraftakt, jede Regung hat einen Wasserfall aus Schweiß zur Folge, jeder Atemzug kostet Überwindung. Der Asphalt flimmert. Kein Luftzug weht. Alles brütet. Alles brennt. Erdrückend.
Die Innenräume sind so stickig wie die äußere Umwelt. Selbst die Fliegen kleben nur müde an der Wand. Oder auf dem Gesicht, man ist aber zu träge sie zu verscheuchen. Der Mund ist trocken wie die Wiese im Freibad, aber das Trinken bringt keinen Nutzen, außer weitere Transpiration. Bleischwer liegt die Hitze auf dem Land, auf der Stadt, in der Straße, im Haus, auf dem Körper.
Genauso die Musik. Träge, minimalistisch, bleischwer, endlos. Man könnte es auch gerne als düstere Nachtmusik interpretieren oder als Soundtrack zum Drogentrip. Jedoch hatte ich bei diesem Lied sofort die Assoziation einer diesen furchtbaren Straßenbahnfahrten, wo die Atmosphäre flirrt, alle lethargisch bis kataton aus dem Fenster stirren, keiner ein Wort sagt und die Fortbewegung in Zeitlupe zu erfolgen scheint. "So viele Haltestellen hat die Linie doch gar nicht."
Das mag sicher mit der Ähnlichkeit zu entsprechender Westernmusik zu tun haben, die für solche Szenen aus der Trickkiste geborgen wird. Die sporadischen Bottleneck-Gitarren-Slides, die seltenen aber vollen Akkorde, der verschleppte Schlagzeug-Rhythmus. Und der Gesang eines Kieferlahmen. Zäh wie Kaugummi. Aber faszinierend in seiner Langsamkeit. Kathartisch.
Ich hoffe also, dass ihr für diese Hundstage genug freie Zeit findet, euch diesem trägen Nichtstun hinzugeben und nicht zu schwer hetzen müsst. Seid nicht erbost darüber, sondern seht es als erzwungene Meditation. Möge Sister der Norweger (schwitz!) von Madrugada euch in die richtige Stimmung bringen.
Heute ist der Sommer mal nicht wohlig durchwärmend und die Sonne lebensenergiespendend. Heute gibt es ein Lied für die zahlreichen Tage, wo die Sonne einfach nur unbarmherzig runterbrennt. Wo sie keine lebensspendende Kraft mehr hat, sondern man vielmehr dabei zusehen kann, wie sie das Gras versengt. Jede Bewegung ist ein verdammter Kraftakt, jede Regung hat einen Wasserfall aus Schweiß zur Folge, jeder Atemzug kostet Überwindung. Der Asphalt flimmert. Kein Luftzug weht. Alles brütet. Alles brennt. Erdrückend.
Die Innenräume sind so stickig wie die äußere Umwelt. Selbst die Fliegen kleben nur müde an der Wand. Oder auf dem Gesicht, man ist aber zu träge sie zu verscheuchen. Der Mund ist trocken wie die Wiese im Freibad, aber das Trinken bringt keinen Nutzen, außer weitere Transpiration. Bleischwer liegt die Hitze auf dem Land, auf der Stadt, in der Straße, im Haus, auf dem Körper.
Genauso die Musik. Träge, minimalistisch, bleischwer, endlos. Man könnte es auch gerne als düstere Nachtmusik interpretieren oder als Soundtrack zum Drogentrip. Jedoch hatte ich bei diesem Lied sofort die Assoziation einer diesen furchtbaren Straßenbahnfahrten, wo die Atmosphäre flirrt, alle lethargisch bis kataton aus dem Fenster stirren, keiner ein Wort sagt und die Fortbewegung in Zeitlupe zu erfolgen scheint. "So viele Haltestellen hat die Linie doch gar nicht."
Das mag sicher mit der Ähnlichkeit zu entsprechender Westernmusik zu tun haben, die für solche Szenen aus der Trickkiste geborgen wird. Die sporadischen Bottleneck-Gitarren-Slides, die seltenen aber vollen Akkorde, der verschleppte Schlagzeug-Rhythmus. Und der Gesang eines Kieferlahmen. Zäh wie Kaugummi. Aber faszinierend in seiner Langsamkeit. Kathartisch.
Ich hoffe also, dass ihr für diese Hundstage genug freie Zeit findet, euch diesem trägen Nichtstun hinzugeben und nicht zu schwer hetzen müsst. Seid nicht erbost darüber, sondern seht es als erzwungene Meditation. Möge Sister der Norweger (schwitz!) von Madrugada euch in die richtige Stimmung bringen.
The Fall On Deaf Ears - 6. Jul, 16:43