Götterdämmerung
Für ein einzelnes Gastspiel beehrt der Altmeister der britischen Independent-Melancholie die deutsche Hauptstadt und überzeugt, wie enttäuscht dabei gleichermaßen. Über ein langsam verblassendes Idol.
Die Fotos habe ich mir mal wieder von der Homepage der intro "geborgt". Danke fürs Knipsen ;-)
Wie sehr sich doch die Szenarien äußerlich gleichen. Nicht ganz zehn Jahre ist es her, da bespielte Morrissey diverse Hallen seiner britischen Heimat im Jahre 2002. Dabei hatte er zu diesem Zeitpunkt 5 Jahre keine Platte mehr veröffentlicht, keinen Plattenvertrag und spielte im Musikgeschäft nur noch eine historische Rolle. Die Tour geriet zum Triumphzug, zwei Jahre später folgte dann mit „You are the Quarry“ das überfällige Comeback mit eben jenen Songs, die er bereits Jahre zuvor live spielte. Und nun? 2011 wirkt es ähnlich. Zwar ist das letzte Album „Years Of Refusal“ erst 2 Jahre vergangen, aber Morrissey steht wieder ohne Plattenvertrag, unsichere Zukunft da und geht einfach mal auf Tour. Die läuft einigermaßen gut, die Euphorie früherer Zeiten scheint allerdings vergangen zu sein. Morrissey steht am Scheideweg. Ein neues Album hat er angeblich schon fertig, aber veröffentlichen will es momentan kein Label. Oder kein Label will ihn. Warum eigentlich? Jenen Mann, der mit den Smiths Musikgeschichte geschrieben hat, dem die Fans immer noch zu Füßen liegen. Oder tun sie das?

Hinter Morrissey liegen ereignisreiche Wochen, in denen er immer wieder mit obskuren Meldungen für kleinere Schlagzeilen sorgte. Besonders sein Vegetarier-Militarismus scheint 2011 noch dringlicher zu sein. Ein belgisches Festival musste am Tag seines Auftritts alle Fleischprodukte verbannen. Und letzte Woche schwor Moz eine persönliche Fehde mit dem Betreiber der seit Jahren wichtigsten Fan-Page herauf und verbannte ihm von seinen Konzerten. Seitdem brodelt es leicht bis mittelschwer bei den Fans. Es steht die Frage im Raum, wieviel Nibelungentreue der Mozfather denn verdient hat? Wieviele seine verbalen Entgleisungen und Fotzeleien der letzten Jahre, wieviel aus Stimmungsgründen gecancelte Gigs kann man mit dem guten alten „Das ist Morrissey. So ist der halt“-Argument wegwischen? Musikalisch hat er nach der kurzen Comeback-Phase wieder relativ schnell abgebaut. „Years Of Refusal“ war eher halbgarer Schrammelrock, der einstigen Glanz vermissen ließ, textlich scheint das ewig gleiche Thema „Ich hasse die Welt, die Welt hass mich“ zur Genüge abgegrast und zuletzt machte Moz veröffentlichungstechnisch eher mit den ewigen Re-Packeges und Reissues von sich aufmerksam, welche er einst in „Paint A Vulgar Picture“ verurteilte. 2011 scheint die Zukunft ungewiss zu sein. Von einer Euphorie, wie in den wilden Jahren um die Jahrhundertwende kann also nicht die Rede sein. Nun kommt der Meister also allen Unkenrufen zum Trotz im Zuge seiner Festival/Sommer-Tour für ein Konzert in die Berliner Zitadelle Spandau. Wird das was?
Das witzige bzw. praktische an der Zitadelle Spandau und ihren anwohnerfreundlichen Lärmschutzbestimmungen, ist die Tatsache, dass Konzerte ja um 22 Uhr beendet sein müssen und somit im Sommer ganz praktisch in der Abenddämmerung stattfinden. Na ja, ob das praktisch ist sei mal dahingestellt. Zumindest ist man nicht allzu spät im Bett. So ergibt es sich also, dass bereits die überflüssige Vorgruppe „The Heartbreakers“ kurz vor 7 beginnt und umso schneller wieder vorbei ist. Müssen wir über diese Indie-Rock-Poser noch ein Wort verlieren? Hmmm, eher nicht. Aber ihre Frisuren waren ein schöner Querschnitt der Indie-Haarschnitte der letzten 25 Jahre. Nice. Doch alle warteten am Ende natürlich auf seine Hochheiligkeit, den Mozfather himself. Morrissey kam mitsamt seiner alteingesessenen Backingband kurz nach 8 auf die Bühne, grinste verschmilzt und intonierte gleich zu Beginn den alten Smiths-Reißer „I Want The One I Can’t Have“... wie damals auf besagter 2002er Tour. Und wie immer gab es das gleiche, beeindruckende Bild beim Publikum. Ja, die Damen kreischen ja von Natur aus gern. Aber nur bei Morrissey werden auch gestandene Männer und Familienväter um die 40 nochmal zu euphorisierten Groupies und beten den Meister an. Diesen Stellenwert erreichen nachwievor wenige in der Szene. Man(n) gestikuliert so gut es die Publikumssituation um einen herum erlaubt und „gesungen“ wird natürlich auch in jedem Fall.
In den folgenden knapp 75 Minuten bietet Morrissey eine grundsolide Setlist aus Solo-Hits und handverlesenen Smiths-Klassikern, sowie diversen neuen Tracks von jedem fertigen, aber noch unter Verschluss gehaltenem neuen Album. Beschweren kann man sich über die Auswahl kaum. Obligatorische Solo-Hits, wie „Irish Blood, English Heart“, ein etwas schleppend intoniertes „Everyday Is Like Sunday“ oder „I’m Throwing My Arms Around Paris“ gehen immer. Und auch einige versteckte Solo-Schätze aus den ansonsten eher durchwachsenen 90ern hat man dabei. „You’re The One For Me, Fatty“ kommt gleich an zweiter Stelle, wenig später das tolle „Speedway“ und noch später auch das vollkommen unterschätze Popjuwel „Alma Matters“. Aber, und das ist einfach mal keine subjektive Wahrnehmung, es waren, sind und bleiben einfach die Songs der Smiths, welche den größten Applaus einheimsen, wann immer sie kommen. Es sind die Songs, welche Millionen Leben retteten, die Grundlage von Morrissey’s Karriere bieten und die in ihrer mit Johnny Marr’s Beihilfe entstandenen musikalischen Brillanz auch über ein Vierteljahrhundert später immer noch unkaputtbar sind. Gerade wenn man eine Perle wie das 1986er „I Know It’s Over“ live hört, merkt man deutlich, wie sehr der jüngere Solo-Output gegen so fantastische Meisterwerke abschmiert. Und endlich kam ich auch mal in den Genuß, das legendäre „There Is A Light That Never Goes Out“ live zu hören, welches sich in den letzten Jahren auf Konzerten rar machte. Die Magie dieses Meisterwerkes kam allerdings nur bedingt rüber. Zum einen, weil jetzt wirklich jeder mitgröhlte, was aber prinzipiell nicht zu verhindern und an sich okay ist. Zum andern aber, weil Mozzer’s Band das gute Stück irgendwie nicht mit dem angemessenen Feingefühl intonierte, welches ihm gebührt. Generell: die Band, welche seit Jahren gleich aufgestellt ist, ist durchaus ein Streitthema. Stellenweise wirkt sie halt wie eine amateurhafte Garagenband, die viele Songs, gerade die älteren, bewusst auf „laut“ und „schroff“ trimmt. Das kann man gut finden, muss man aber nicht. Auch bei den jüngeren Solosachen wünsche zumindest ich mir eher wieder einen musikalisch etwas feinfühligeren Morrissey, als einen schroffen Pub-Rocker. Die gespielten neuen Songs, wie „Action Is My Middle Name“ oder das durchaus hittiger „People Are The Same Everywhere“ scheinen allerdings die bereits bestehenden Pfade weiter zu beschreiten. Schade. Ein Wechsel seines Arbeitsumfeldes wäre zu diesem Zeitpunkt vielleicht die cleverste Entscheidung.
Doch Morrissey hat’s nicht so mit Veränderungen. Das moderne Leben und unnötige Innovationen sind nicht sein Stil. Das macht ja auch teilweise den Reiz aus, denn so wirkt dieser Mann in unserer technisierten, schnelllebigen Zeit wie das Relikt einer längst verklungenen Ära. Ich meine, er könnte sein Album auch in Eigenregie herausbringen, aber er will es halt lieber so, wie früher. Diese Geisteshaltung kann man gut finden oder kritisch hinterfragen. Je nachdem. Morrissey selber wirkt ganz okay gelaunt. In Berlin hatte er in den letzten Jahren, ganz gleich, wie die jeweilige Tour lief, stets gute Laune. Auch diesmal gibt es das ein oder andere nette Grinsen, ein, zwei lustige Ansagen usw. Und natürlich wird wieder der Fleischverzicht gepredigt. Die Band trägt McDonalds-feindliche Shirts, der Chef selber kritisiert die Stadt für seine hoch frequentierten Fressbuden und es wird auch „Meat Is Murder“ gespielt. Der einzige Smiths-Song mit dem ich mich als Fleischfresser nie identifizieren konnte und von dem ich, wie ich an dem Abend wieder merkte, auch nicht mal den Text kann. Ein Novum bei dieser Band. Aber Leben und leben lassen... ich bin da tolerant. Das kann Morrissey von sich freilich nicht behaupten. Stimmlich ist der Mann dennoch gut drauf und auch optisch sieht er wieder fitter aus, als noch 2009. Wenngleich er früher mehr Tam-Tam gemacht hab. Gelegentlich wirkt er schon etwas lustlos. Händeschütteln mit den Fans fällt diesmal auch aufgrund des enormen Bühnengrabens aus. Und auch die Stage-Invasoren am Ende zu „First of The Gang To Die“ hatten da wenig Chancen. Stichwort „Ende“... Ja, das kam tatsächlich. Nach lächerlichen 70 Minuten. Ich weiß nicht, wann ich das letzte Mal bei einem Konzert war, das 21.15 Uhr vorbei war. Und das muss sich dieser Mann bei allen streitbaren Themen vorwerfen lassen. 70 Minuten für 50 Euro, nur eine Zugabe. Es wären locker noch 2,3 Songs drin gewesen. Vor ein paar Jahren war das auch noch der Fall, da spielte er weit über 20 Songs. Und heute? Kann er nicht mehr? Will er nicht mehr? Muss er nicht mehr? Die Frustration nimmt zumindest bei mir zu.
Und das alles trägt dann halt nicht dazu bei, nochmal Kräfte, besonders in finanzieller Form zu mobilisieren, um ein alterndes Idol am Leben zu erhalten. Ich versage Morrissey nicht die Gefolgschaft... das kann ich auch gar nicht, angesichts der musikalischen Meisterwerke, welche er in den letzten 30 Jahren zu verantworten hat. Da können auch tausend Anti-Fast-Food-Kampagnen, kurze Shows und rausgeworfene Kritiker nicht mehr dran rütteln. Aber, und das ist die Erkenntnis der letzten Wochen und... ja, fast schon Jahre bzw. dann auch des gestrigen Abends: manchmal ist man persönlich einfach bestimmten Künstlern entwachsen, kann sich mit denen menschlich, wie musikalisch nicht mehr in der Form identifizieren, wie dies vor Jahren noch der Fall war. Morrissey ist genauso ein Künstler für mich. Sicher haben seine Songs mir das Leben während der späteren Adoleszenz gerettet und sicher war er früher kraftvoller und präsenter als heute... aber das war damals. Die ewige Frustration und das gestrige Denken des Mannes spiegeln schon lange nicht mehr mein Wesen wieder. Warum sollte ich mich also noch hinstellen und einen Mann weiter unterstützen, der in den letzten Jahren menschlich, wie musikalisch das Gespür fürs Wesentliche verloren hat. Einer, der die nicht vorhandene Pressefreiheit in China verurteilt und gleichzeitig Zero-Tolerance bezüglich Kritik an seiner Person oder Nicht-Vegetariern zulässt? Ich esse super gern mal ein vegetarisches Gericht und respektiere Menschen für diese Haltung und Disziplin, erfreue mich aber auch gern an einem Schnitzel. Bin ich deshalb kein guter Mensch? Und wenn ich anmerke, dass sich Morrissey statt auf ewig neu aufgelegte Compilations lieber auf neues Material konzentrieren sollte bzw. seine Band mal auswechseln sollte... bin ich deshalb unloyal? Diese Fragen stellte nicht nur ich mir in den letzten Wochen und Monaten. Und der Moz selber sang es ja bereits auf der letzten Platte: „You were good in your times“. Und das wird und kann ihm keiner mehr nehmen. Und jetzt? Jetzt sollte er vielleicht einfach mal die Zeichen der Zeit erkennen, noch eine finale Tour-Ehrenrunde drehen, das Motto des ebenfalls an diesem Abend gespielten Tracks „One Day Goodbye Will Be Farewell“ verinnerlichen und einfach gehen. Weil er seine Zeit hatte, weil man ihn doch eigentlich für so clever hielt, eben nicht auf diese Altrockstar-Falle hereinzufallen und weil man es ihm doch so gern wünscht. Vor einiger Zeit meinte er mal, das Live-Spielen erhalte ihn am Leben und gäbe ihm die so dringend benötigte positive Energie. Das kam an diesem Abend leider nicht komplett so rüber. Vielleicht ist es mal Zeit, etwas Neues im Leben für sich zu entdecken, abseits der Musik. Dafür ist man nie zu alt. Es wäre ihm, und auch irgendwie seinen treuen Fans zu wünschen.
Setlist:
01 I Want The One I Can't Have
02 You're The One For Me, Fatty
03 You Have Killed Me
04 Speedway
05 Scandinavia
06 Ouija Board, Ouija Board
07 People Are The Same Everywhere
08 Action Is My Middle Name
09 Alma Matters
10 Satellite Of Love
11 I Know It's Over
12 Everyday Is Like Sunday
13 One Day Goodbye Will Be Farewell
14 There Is A Light That Never Goes Out
15 I'm Throwing My Arms Around Paris
16 Meat is Murder
17 Irish Blood, English Heart
18 First Of The Gang To Die
Die Fotos habe ich mir mal wieder von der Homepage der intro "geborgt". Danke fürs Knipsen ;-)
Wie sehr sich doch die Szenarien äußerlich gleichen. Nicht ganz zehn Jahre ist es her, da bespielte Morrissey diverse Hallen seiner britischen Heimat im Jahre 2002. Dabei hatte er zu diesem Zeitpunkt 5 Jahre keine Platte mehr veröffentlicht, keinen Plattenvertrag und spielte im Musikgeschäft nur noch eine historische Rolle. Die Tour geriet zum Triumphzug, zwei Jahre später folgte dann mit „You are the Quarry“ das überfällige Comeback mit eben jenen Songs, die er bereits Jahre zuvor live spielte. Und nun? 2011 wirkt es ähnlich. Zwar ist das letzte Album „Years Of Refusal“ erst 2 Jahre vergangen, aber Morrissey steht wieder ohne Plattenvertrag, unsichere Zukunft da und geht einfach mal auf Tour. Die läuft einigermaßen gut, die Euphorie früherer Zeiten scheint allerdings vergangen zu sein. Morrissey steht am Scheideweg. Ein neues Album hat er angeblich schon fertig, aber veröffentlichen will es momentan kein Label. Oder kein Label will ihn. Warum eigentlich? Jenen Mann, der mit den Smiths Musikgeschichte geschrieben hat, dem die Fans immer noch zu Füßen liegen. Oder tun sie das?

Hinter Morrissey liegen ereignisreiche Wochen, in denen er immer wieder mit obskuren Meldungen für kleinere Schlagzeilen sorgte. Besonders sein Vegetarier-Militarismus scheint 2011 noch dringlicher zu sein. Ein belgisches Festival musste am Tag seines Auftritts alle Fleischprodukte verbannen. Und letzte Woche schwor Moz eine persönliche Fehde mit dem Betreiber der seit Jahren wichtigsten Fan-Page herauf und verbannte ihm von seinen Konzerten. Seitdem brodelt es leicht bis mittelschwer bei den Fans. Es steht die Frage im Raum, wieviel Nibelungentreue der Mozfather denn verdient hat? Wieviele seine verbalen Entgleisungen und Fotzeleien der letzten Jahre, wieviel aus Stimmungsgründen gecancelte Gigs kann man mit dem guten alten „Das ist Morrissey. So ist der halt“-Argument wegwischen? Musikalisch hat er nach der kurzen Comeback-Phase wieder relativ schnell abgebaut. „Years Of Refusal“ war eher halbgarer Schrammelrock, der einstigen Glanz vermissen ließ, textlich scheint das ewig gleiche Thema „Ich hasse die Welt, die Welt hass mich“ zur Genüge abgegrast und zuletzt machte Moz veröffentlichungstechnisch eher mit den ewigen Re-Packeges und Reissues von sich aufmerksam, welche er einst in „Paint A Vulgar Picture“ verurteilte. 2011 scheint die Zukunft ungewiss zu sein. Von einer Euphorie, wie in den wilden Jahren um die Jahrhundertwende kann also nicht die Rede sein. Nun kommt der Meister also allen Unkenrufen zum Trotz im Zuge seiner Festival/Sommer-Tour für ein Konzert in die Berliner Zitadelle Spandau. Wird das was?
Das witzige bzw. praktische an der Zitadelle Spandau und ihren anwohnerfreundlichen Lärmschutzbestimmungen, ist die Tatsache, dass Konzerte ja um 22 Uhr beendet sein müssen und somit im Sommer ganz praktisch in der Abenddämmerung stattfinden. Na ja, ob das praktisch ist sei mal dahingestellt. Zumindest ist man nicht allzu spät im Bett. So ergibt es sich also, dass bereits die überflüssige Vorgruppe „The Heartbreakers“ kurz vor 7 beginnt und umso schneller wieder vorbei ist. Müssen wir über diese Indie-Rock-Poser noch ein Wort verlieren? Hmmm, eher nicht. Aber ihre Frisuren waren ein schöner Querschnitt der Indie-Haarschnitte der letzten 25 Jahre. Nice. Doch alle warteten am Ende natürlich auf seine Hochheiligkeit, den Mozfather himself. Morrissey kam mitsamt seiner alteingesessenen Backingband kurz nach 8 auf die Bühne, grinste verschmilzt und intonierte gleich zu Beginn den alten Smiths-Reißer „I Want The One I Can’t Have“... wie damals auf besagter 2002er Tour. Und wie immer gab es das gleiche, beeindruckende Bild beim Publikum. Ja, die Damen kreischen ja von Natur aus gern. Aber nur bei Morrissey werden auch gestandene Männer und Familienväter um die 40 nochmal zu euphorisierten Groupies und beten den Meister an. Diesen Stellenwert erreichen nachwievor wenige in der Szene. Man(n) gestikuliert so gut es die Publikumssituation um einen herum erlaubt und „gesungen“ wird natürlich auch in jedem Fall.
In den folgenden knapp 75 Minuten bietet Morrissey eine grundsolide Setlist aus Solo-Hits und handverlesenen Smiths-Klassikern, sowie diversen neuen Tracks von jedem fertigen, aber noch unter Verschluss gehaltenem neuen Album. Beschweren kann man sich über die Auswahl kaum. Obligatorische Solo-Hits, wie „Irish Blood, English Heart“, ein etwas schleppend intoniertes „Everyday Is Like Sunday“ oder „I’m Throwing My Arms Around Paris“ gehen immer. Und auch einige versteckte Solo-Schätze aus den ansonsten eher durchwachsenen 90ern hat man dabei. „You’re The One For Me, Fatty“ kommt gleich an zweiter Stelle, wenig später das tolle „Speedway“ und noch später auch das vollkommen unterschätze Popjuwel „Alma Matters“. Aber, und das ist einfach mal keine subjektive Wahrnehmung, es waren, sind und bleiben einfach die Songs der Smiths, welche den größten Applaus einheimsen, wann immer sie kommen. Es sind die Songs, welche Millionen Leben retteten, die Grundlage von Morrissey’s Karriere bieten und die in ihrer mit Johnny Marr’s Beihilfe entstandenen musikalischen Brillanz auch über ein Vierteljahrhundert später immer noch unkaputtbar sind. Gerade wenn man eine Perle wie das 1986er „I Know It’s Over“ live hört, merkt man deutlich, wie sehr der jüngere Solo-Output gegen so fantastische Meisterwerke abschmiert. Und endlich kam ich auch mal in den Genuß, das legendäre „There Is A Light That Never Goes Out“ live zu hören, welches sich in den letzten Jahren auf Konzerten rar machte. Die Magie dieses Meisterwerkes kam allerdings nur bedingt rüber. Zum einen, weil jetzt wirklich jeder mitgröhlte, was aber prinzipiell nicht zu verhindern und an sich okay ist. Zum andern aber, weil Mozzer’s Band das gute Stück irgendwie nicht mit dem angemessenen Feingefühl intonierte, welches ihm gebührt. Generell: die Band, welche seit Jahren gleich aufgestellt ist, ist durchaus ein Streitthema. Stellenweise wirkt sie halt wie eine amateurhafte Garagenband, die viele Songs, gerade die älteren, bewusst auf „laut“ und „schroff“ trimmt. Das kann man gut finden, muss man aber nicht. Auch bei den jüngeren Solosachen wünsche zumindest ich mir eher wieder einen musikalisch etwas feinfühligeren Morrissey, als einen schroffen Pub-Rocker. Die gespielten neuen Songs, wie „Action Is My Middle Name“ oder das durchaus hittiger „People Are The Same Everywhere“ scheinen allerdings die bereits bestehenden Pfade weiter zu beschreiten. Schade. Ein Wechsel seines Arbeitsumfeldes wäre zu diesem Zeitpunkt vielleicht die cleverste Entscheidung.
Doch Morrissey hat’s nicht so mit Veränderungen. Das moderne Leben und unnötige Innovationen sind nicht sein Stil. Das macht ja auch teilweise den Reiz aus, denn so wirkt dieser Mann in unserer technisierten, schnelllebigen Zeit wie das Relikt einer längst verklungenen Ära. Ich meine, er könnte sein Album auch in Eigenregie herausbringen, aber er will es halt lieber so, wie früher. Diese Geisteshaltung kann man gut finden oder kritisch hinterfragen. Je nachdem. Morrissey selber wirkt ganz okay gelaunt. In Berlin hatte er in den letzten Jahren, ganz gleich, wie die jeweilige Tour lief, stets gute Laune. Auch diesmal gibt es das ein oder andere nette Grinsen, ein, zwei lustige Ansagen usw. Und natürlich wird wieder der Fleischverzicht gepredigt. Die Band trägt McDonalds-feindliche Shirts, der Chef selber kritisiert die Stadt für seine hoch frequentierten Fressbuden und es wird auch „Meat Is Murder“ gespielt. Der einzige Smiths-Song mit dem ich mich als Fleischfresser nie identifizieren konnte und von dem ich, wie ich an dem Abend wieder merkte, auch nicht mal den Text kann. Ein Novum bei dieser Band. Aber Leben und leben lassen... ich bin da tolerant. Das kann Morrissey von sich freilich nicht behaupten. Stimmlich ist der Mann dennoch gut drauf und auch optisch sieht er wieder fitter aus, als noch 2009. Wenngleich er früher mehr Tam-Tam gemacht hab. Gelegentlich wirkt er schon etwas lustlos. Händeschütteln mit den Fans fällt diesmal auch aufgrund des enormen Bühnengrabens aus. Und auch die Stage-Invasoren am Ende zu „First of The Gang To Die“ hatten da wenig Chancen. Stichwort „Ende“... Ja, das kam tatsächlich. Nach lächerlichen 70 Minuten. Ich weiß nicht, wann ich das letzte Mal bei einem Konzert war, das 21.15 Uhr vorbei war. Und das muss sich dieser Mann bei allen streitbaren Themen vorwerfen lassen. 70 Minuten für 50 Euro, nur eine Zugabe. Es wären locker noch 2,3 Songs drin gewesen. Vor ein paar Jahren war das auch noch der Fall, da spielte er weit über 20 Songs. Und heute? Kann er nicht mehr? Will er nicht mehr? Muss er nicht mehr? Die Frustration nimmt zumindest bei mir zu.Und das alles trägt dann halt nicht dazu bei, nochmal Kräfte, besonders in finanzieller Form zu mobilisieren, um ein alterndes Idol am Leben zu erhalten. Ich versage Morrissey nicht die Gefolgschaft... das kann ich auch gar nicht, angesichts der musikalischen Meisterwerke, welche er in den letzten 30 Jahren zu verantworten hat. Da können auch tausend Anti-Fast-Food-Kampagnen, kurze Shows und rausgeworfene Kritiker nicht mehr dran rütteln. Aber, und das ist die Erkenntnis der letzten Wochen und... ja, fast schon Jahre bzw. dann auch des gestrigen Abends: manchmal ist man persönlich einfach bestimmten Künstlern entwachsen, kann sich mit denen menschlich, wie musikalisch nicht mehr in der Form identifizieren, wie dies vor Jahren noch der Fall war. Morrissey ist genauso ein Künstler für mich. Sicher haben seine Songs mir das Leben während der späteren Adoleszenz gerettet und sicher war er früher kraftvoller und präsenter als heute... aber das war damals. Die ewige Frustration und das gestrige Denken des Mannes spiegeln schon lange nicht mehr mein Wesen wieder. Warum sollte ich mich also noch hinstellen und einen Mann weiter unterstützen, der in den letzten Jahren menschlich, wie musikalisch das Gespür fürs Wesentliche verloren hat. Einer, der die nicht vorhandene Pressefreiheit in China verurteilt und gleichzeitig Zero-Tolerance bezüglich Kritik an seiner Person oder Nicht-Vegetariern zulässt? Ich esse super gern mal ein vegetarisches Gericht und respektiere Menschen für diese Haltung und Disziplin, erfreue mich aber auch gern an einem Schnitzel. Bin ich deshalb kein guter Mensch? Und wenn ich anmerke, dass sich Morrissey statt auf ewig neu aufgelegte Compilations lieber auf neues Material konzentrieren sollte bzw. seine Band mal auswechseln sollte... bin ich deshalb unloyal? Diese Fragen stellte nicht nur ich mir in den letzten Wochen und Monaten. Und der Moz selber sang es ja bereits auf der letzten Platte: „You were good in your times“. Und das wird und kann ihm keiner mehr nehmen. Und jetzt? Jetzt sollte er vielleicht einfach mal die Zeichen der Zeit erkennen, noch eine finale Tour-Ehrenrunde drehen, das Motto des ebenfalls an diesem Abend gespielten Tracks „One Day Goodbye Will Be Farewell“ verinnerlichen und einfach gehen. Weil er seine Zeit hatte, weil man ihn doch eigentlich für so clever hielt, eben nicht auf diese Altrockstar-Falle hereinzufallen und weil man es ihm doch so gern wünscht. Vor einiger Zeit meinte er mal, das Live-Spielen erhalte ihn am Leben und gäbe ihm die so dringend benötigte positive Energie. Das kam an diesem Abend leider nicht komplett so rüber. Vielleicht ist es mal Zeit, etwas Neues im Leben für sich zu entdecken, abseits der Musik. Dafür ist man nie zu alt. Es wäre ihm, und auch irgendwie seinen treuen Fans zu wünschen.
Setlist:
01 I Want The One I Can't Have
02 You're The One For Me, Fatty
03 You Have Killed Me
04 Speedway
05 Scandinavia
06 Ouija Board, Ouija Board
07 People Are The Same Everywhere
08 Action Is My Middle Name
09 Alma Matters
10 Satellite Of Love
11 I Know It's Over
12 Everyday Is Like Sunday
13 One Day Goodbye Will Be Farewell
14 There Is A Light That Never Goes Out
15 I'm Throwing My Arms Around Paris
16 Meat is Murder
17 Irish Blood, English Heart
18 First Of The Gang To Die
rhododendron - 19. Jul, 13:40





Setting: Warteschlange vor dem Lido, ein paar Minuten vor dem Einlass. Eine junge Dame Marke Hipster-Mädchen verwickelt mich, meine Begleiterin und auch die ihr meines Wissens unbekannte Person neben sich ein kurzes Gespräch. Es geht Anfangs noch um Patrick Wolf. Die Musik. Ist ja klar. Die sei ja schon seit zwei Alben nicht mehr so gut und so. Und das neue wird sicher noch poppiger. Und irgendwie ist dieser Support-Act Rowdy Supperstar auch voll mies und die treten zusammen auf und machen alte Songs kaputt. Nein, alles ganz gruslig und so. Während sich der Dialog zusehens in einen Monolog verwandelt und die typischen klischee-behafteten Themenkomplexe London, Reisen, Underground, die Wichtigkeit des eigenen Seins abgrast, wende ich mich ab und muss mir mein eigenes Unwissen eingestehen. Nein, ich kenn mich nicht groß in der Patrick Wolf-Diskografie aus. Eine Handvoll Singles sind bei mir beliebt, das letzte Album „The Bachelor“ hab ich ein paar Mal gehört, meine Freundin ist begeisterte Verehrerin des guten Mannes und vor allem hat er mich vor zwei Jahren als Schlussakt auf dem Highfield Festival mehr als positiv überrascht. Während draußen die Toten Hosen ihre reaktionären Rockschlager zum Besten gaben, überzeugte Wolf im Zelt mit guter Laune, großen Entertainment-Qualitäten und einem bizarren Abba-Gedächtnis-Look inklusive goldenem Kleid und langer blonder Mähne. Ein Anblick, den man nie mehr vergisst.
Selbstkopieren nervt und kostet ja auch Zeit. Einen entsprechenden Text-Monolog zum Thema Musik, ihre nostalgische Verklärung und die veränderte Einschätzung nach ein paar Jahren hab ich erst beim Bericht zu Interpol abgehalten. Da muss man nur einmal das jüngere Blog-Archiv hier durchwühlen. Die Quintessenz bleibt: Musikalische Qualität bleibt auch über die Jahre erhalten, die persönliche Wertschätzung aktueller Musik, auch von einstigen Helden kann sich dann doch mal ändern. Machen wir’s mal kurz und bündig und aus meiner Sicht subjektiv: Die britische Rockband Feeder hat ihre beste Zeit offensichtlich hinter sich. In Deutschland hatte sie die eh nicht, da blieb man stets der ewige Geheimtipp, der die kleinen Clubs bedienen musste, während man in der Heimat auch gern mal ein paar tausend Menschen gleichzeitig zum Mitgrölen motiviert werden können. Von den unzähligen Top 20 und Top 10 Singles der letzten fünfzehn Jahre mal ganz zu schweigen. Verkehrte Welt in der restlichen Welt. Feeder bleiben ein britisches Phänomen, dass allerdings auch hierzulande eine kleine Fanbasis halten kann, zu denen ich mich tendenziell auch zählen würde, wenngleich die einstige Liebe zuletzt auf eine harte Probe gestellt wurde.
Es passiert ja öfters mal, dass Bands im Laufe ihrer Karriere einzelne Mitglieder verlieren. Manchmal schmerzt das mehr, manchmal weniger. Pünktlich zur Fertigstellung des selbstbetitelten Viertwerks verließ Carlos Dengler letztes Jahr Interpol und ließ ein etwas lädiertes Trio zurück. Über das musikalische Gewicht von Dengler innerhalb der Band gibt es unterschiedliche Aussagen. Manche sahen in ihm das musikalische Genie der Band, andere vermuteten, Dengler war sichtlich unterfordert, weil Gitarren-Mastermind Daniel Kessler zuletzt sogar ganze Basslinien allein komponiert und eingespielt haben soll. Widersprüchlich waren auch die Meinungen zum Album. Für viele Fans eine dezente Enttäuschung, konnte das Album „Interpol“ die Kritiker einmal mehr überzeugen. Die Wahrheit verliert sich im Nebel. „Interpol“ ist sicher das schwächste Album der Band, wenngleich man stets das hohe Niveau, auf dem wir hier meckern einbeziehen sollte. Die Band existiert nun seit vergangenem Sommer live zu fünft, allerdings stieg Ersatzbassist Dave Pajo jüngst schon wieder aus, so dass sich nun erneut ein neuer Mann an Denglers Instrument zu schaffen macht. Brad Truax feierte an diesem Abend seine Tourpremiere, aber letztendlich ist das auch egal. Die Position ist ersetzbar geworden, die Einheit, die Interpol musikalisch und optisch mit Carlos D. zusammen symbolisierte, scheint aufgebrochen. Was bleibt ist eine Band, die ihren Weg erst noch finden muss. Also, musikalisch. Denn da sind Denglers Ideen, wie groß sie am Ende auch gewesen sein mögen, immer noch präsent, zumal die wirklich entscheidende Aufgabe- das erste Album zu dritt- erst noch bevorsteht. Live muss sich diese Band allerdings nicht mehr finden. Da funktionieren Interpol an diesem Abend in den Hamburger Docks immer noch wie eine gut geölte Maschine, bei der alles sitzt, wo es sitzen muss. Der etwas blasse Keyboarder und Backing-Vokalist, dessen Namen mir zu recherchieren jetzt etwas zu müßig war, ist dabei genauso verzichtbar, wie Truax, der seinen neuen Job an diesem Abend gut macht, aber auch problemlos durch einen Roadie hätte ersetzt werden können. Namen sind Schall und Rauch. Oder in diesem Fall eher Nebel. Das seit zehn Jahren funktionierende System „Beleuchtung-von-hinten-und-viel-Nebel“ wird auch 2011 von der Band als essentielles Stilmittel genutzt, auch um die Position rechts außen etwas zu überdecken. Ansonsten alles beim Alten. Und viel Altes vor allem!

Ja, „Indie“… auch so ein Streitfall. Der Mainstream hat diesen Begriff ja schon vor einiger Zeit zerstört, nicht ganz unschuldig daran sind so hibbelige kleine Bands aus dem Vereinten Königreich, die ja in den vergangenen Jahren wie Pilze aus den Böden geschossen kamen. Und irgendwie waren die Foals immer eine Vorzeigeband für all das Publikum, das sie an diesem Abend anzogen. Allerdings sind durchgestytlte nerdbrillen- und feinrip-Hemden tragende Hipster und kleine, sich gern mal hysterisch laut artikulierende H&M-Mädchenmodels dann auch nur ein Teil des Publikums an diesem Abend, denn es zeigt sich: an den Foals sind alle interessiert, ob jung, ob alt, ob herausgeputzt oder unspektakulär… es wird deutlich: die Foals sind keine musikalische Alltagsfliege, kein schneller Hype, kein Schall und Rauch… sie haben Feuer. Und etwas zu bieten. Bereits das Debüt „Antidotes“ aus dem Jahr 2008 zeigte, dass die Band neben tanzflächenfüllenden Hektik-Math-Rock auch noch viele andere Facetten besitzt. Richtig groß, episch und musikalisch feinfühlig wurde es dann aber erst endgültig auf dem diesjährigen „Total Life Forever“, mit dem die Band die auferlegten Vorurteile und Ketten endgültig sprengt und dabei das, aus meiner Sicht, großartigste Album 2010 fabriziert haben. Das Konzert zum Jahresausklang ist somit das Sahnehäubchen auf ein perfektes Jahr. Und glücklicherweise erfüllt dieser Abend auch die an ihn gesteckten Erwartungen, in dem er eine Band präsentiert, die sich und das Publikum in einen euphorischen Rausch spielt und einen denkwürdigen Eindruck hinterlässt. Und mit The Invisible als Vorband schon das nächste große Ding präsentieren. Klingt dann stellenweise sogar nach den Foals, stellenweise auch mal ganz anders. Als ob man eine Jukebox durchschüttelt und schaut, was sie am Ende zusammenhaut. Von der Band mit dem Sänger, der irgendwie aussieht, als hätte sich Blueslegende B.B. King in eine Indie-Band verlaufen, werden wir mit viel Glück 2011 noch etwas hören, selbst wenn es an diesem Abend aufgrund des Sounds im Kesselhaus nicht immer leicht war, sie wahrzunehmen. Bei der Hauptband wurde es dann glücklicherweise einfacher. Da waren wohl Profis am Werk.

Wenigstens gab es das auch noch. Musik! Der Grund, warum man überhaupt hier war, beziehungsweise sollte man eigentlich deswegen hier sein. In Berlin und bei dieser Form von Musik ist das natürlich stets auch immer ein Schaulaufen eitler Egomanen und supercooler Stylos. Kann man nicht verhindern und wirkt ja auch gelegentlich sehr komisch, besonders weil der ursprüngliche Anspruch, aus der Masse herauszuragen angesichts von tausenden Gleichgesinnten komplett verblasst und eher die Uniformität fördert. Aber fragen sie mal den Metal, der kennt es nicht anders. Trends lassen sich schwer ausmachen… also, wenn ich danach gefragt werden sollte. Verglaste Hornbrillen, welche Intelligenz suggerieren sollen sind anscheinend immer noch nicht durch. Frauen verunstalten ihre Frisuren immer mehr durch furchtbare Undercuts und die Morrissey-Tolle ist auch 25 Jahre nach „Meat is Murder“ nicht tot zu bekommen. Fein! Die Hoffnung, dass mit dem ewigen 80er Comeback hoffentlich auch nicht die Modesünden von damals wiederkommen, wird mit ersten Zweifeln versehen. Männer, die Frisuren der New Kids On The Block und Co müssen nicht wiederkommen! Aber ist ja auch eher unwichtig, letztendlich wär man auch in einem Kartoffelsack nicht aufgefallen. Die kleine Gruppe im Michael-Jackson-Gedächtnis-Outfit, welche einem immer wieder über den Weg lief, war da noch etwas kreativ. Aber kommen wir endlich mal zu Musik. Was gibt’s Neues im Pop? Eher altbekanntes, was uns das Berlin Festival da, zumindest auf den großen Bühnen präsentierte, aber das bedeutet natürlich keinen Qualitätsverlust. Egal ob die ewig tourenden Soulwax, das überall spielende LCD Soundsystem, Exklusives wie Fever Ray oder ein paar alte Hasen, die sich pünktlich zum Tourende noch mal überreden ließen (Hot Chip, Editors)… da waren ein paar Favoriten dabei. Von den wenigen Acts, welche man aufgrund der Verschiebung und Überlagerung sehen konnte, waren die meisten glücklicherweise gut. Dem allgemeinen Faible der beiden Autoren für Listen folgen nun die Festivaleindrücke in Top-5-Form:
5. Hot Chip